Newsletter 2015





Ruhe und Harmonie



In der Vorweihnachtszeit beschäftigen wir uns oft verstärkt mit dem Thema Ruhe und Harmonie - es ist aber kein Thema "nur" für diese Zeit sein.

Entwicklung hat immer auch etwas mit Ruhe und Frieden zu tun. Wenn ein Prozess in Ruhe abläuft, ist er effizient – das haben wahrscheinlich schon alle am eigenen Leib erfahren. Wenn aber Hektik das Geschehen bestimmt, dann ist der Prozess ineffizient, er läuft nicht rund, es ist Sand im Getriebe.

Harmonie und Klarheit

Harmonie und Klarheit ziehen sich gegenseitig an. Wenn wir in Harmonie leben, stellt sich Klarheit fast automatisch ein. Harmonie heißt ja, im Einklang mit unserer ganzen Umgebung, mit allem, was uns umgibt zu leben. Wenn dieser Einklang, diese Einheit da ist, dann ist auch die Klarheit da, weil dann unserem ganzen Sein klar ist, wo sein Platz ist, was seine Aufgaben sind und wo es lang geht. Dies wiederum bewirkt ein zielstrebiges Denken und Handeln – nicht nur im geistigen Bereich - auch im Alltag. Umgekehrt spielt sich etwas Ähnliches ab. Wenn jemand an seiner Klarheit arbeitet, wird sich auch die Harmonie einstellen.

Harmonie ist nicht einfach nur ein Schlagwort, sondern hat auch für das große Ganze eine sehr wichtige Bedeutung. Alles, wir, unser Körper, die Erde .... befindet sich im stetigen Wandel. Wenn diese Umwandlungsprozesse in Ruhe und Harmonie ablaufen können, dann gibt es wenig Komplikationen. Ist aber Chaos und Disharmonie da, dann wird es sehr schwierig, dass all diese Umwandlungen in Ruhe ablaufen können. Im Extremfall ist es gar nicht möglich, dass sich Veränderungen manifestieren können, weil das Fundament, eben die Ruhe, die Harmonie fehlt.

Jeder von uns ist ein Teil des Ganzen. Durch unser Sein wirken wir auf das große Ganze ein, genauso wie das große Ganze auf uns einwirkt.

Entwicklung in jedem Bereich kann nur in Ruhe und Harmonie ablaufen. Bei unserer täglichen Arbeit ist uns klar, dass Gerenne und Gehetze auf die Dauer nichts bringt. Es sieht zwar geschäftig aus, aber es ist nicht produktiv. Wenn wir unsere Arbeit in Unruhe und in einer disharmonischen Umgebung erledigen, kommen wir selten in nützlicher Frist ans Ziel. Im geistigen Bereich ist es genau so. Nur in Ruhe und Harmonie können wir unsere Schritte zurücklegen. In Hektik, Stress und Unruhe verpufft unsere Energie und wir erreichen nichts Dauerhaftes und Beständiges.

Wie äußert sich Harmonie?

Eine Person lebt in Frieden mit sich selbst und hat ihre innere Ruhe gefunden;

  • sie empfindet dies als Kraftquelle erster Güte
  • die Ruhe erlaubt Ihr, weit über den Alltag, über den menschlich – inkarnierten Horizont hinauszuschauen und zu wirken
  • sie kann Dinge aus der eigenen Mitte heraus wahrnehmen
  • sie lebt in Einklang mit ihrer Umgebung
  • durch die innere Ruhe erkennt sie ihren Weg und geht ihn auch
  • die Harmonie hilft ihr an sich zu arbeiten
  • die Selbstehrlichkeit, die dann da ist, hilft mit, immer wieder den “richtigen” Weg zu sehen  - Gedanken, Ideen und eigene Handlungen werden hinterfragt
  • diese Person kann sich und die Umgebung annehmen und akzeptieren
Harmonie und Meditieren

Meditieren heißt ja, in sich, in seine Mitte gehen und dort – also in sich – verweilen und Kraft tanken. Fehlt nun die Ruhe und Harmonie wird es schwierig, sich in sich selbst versinken zu lassen. Immer wieder jagen Gedanken durch den Kopf und beschäftigen so den Geist. Zu einem wirklichen Versinken oder “Abschalten” kommt es gar nicht.

Harmonie und Frieden

Dazu braucht es zwei Dinge:

  • erstens, dass die Bereitschaft für Frieden da ist und somit ein Nährboden vorhanden ist
  • zweitens, dass Frieden immer, in jedem Fall von innen nach außen geht, also Frieden immer beim einzelnen Wesen selbst beginnt
Wie kann ein Wesen mit anderen Frieden schließen, wenn es mit sich selbst in Unfrieden lebt. Um aber mit sich selbst in Frieden leben zu können, braucht es die innere Ruhe und die Harmonie.

Wenn wir also an unserer Harmonie arbeiten, dann arbeiten wir automatisch am Frieden. Nicht nur am Frieden mit uns selbst, sondern auch für die ganze Welt. Durch unser Tun bilden wir Lichtpunkte, Friedenspunkte, Ruhepole... Dies zeigt Wirkung, weil es “ansteckend” ist und zum Nachahmen anregt.

Harmonie und Rhythmus

Ohne Lebensrhythmus ist es sehr schwierig, in Harmonie zu leben. Unter Rhythmus verstehen man nicht das sture Einhalten irgendwelcher starrer, vorgegebener Programme. Rhythmus heißt, im Einklang mit dem großen Ganzen zu schwingen und daraus spontan und lebensfreudig zu handeln. Dieser gelebte Rhythmus gibt das Grundgerüst für die Harmonie.

Was bewirkt fehlende Harmonie?

Wenn die Harmonie und die Ruhe fehlt, kommt es zu einer Unausgeglichenheit. Ständig ist irgend etwas in Bewegung, aber das ganze Denken und Tun ist nicht zielgerichtet und daher nicht produktiv. Dadurch entsteht Nervosität und Hektik, die nach Außen strahlt und eine unangenehme Atmosphäre verbreiten kann. Es kommt zu einem ständigen Davonlaufen; einem Davonlaufen vor sich selbst und seinen Aufgaben in allen Ebenen. Selbstgefälligkeit und Guru Verhalten sind weitere Erscheinungsformen. Sehr schnell geben sich diese Wesen mit dem Erreichten zufrieden, oder holen sich ihre Bestätigung von Außen. Das Belehren anderer Menschen ist eine weitere Folge von fehlender Harmonie. Hier geht es nicht um das aktive, positive Mitdenken in einer Gruppe.

Fehlt die Harmonie bei einem Wesen völlig, so wird alles Harmonische in den Dreck gezogen. Streitsüchtigkeit rührt oftmals auch von fehlender Ruhe und Harmonie her. Der Konflikt, der eigentlich im Inneren des Wesen ausgetragen werden sollte, wird nach außen projiziert.

Praktische Hilfen

Kann man Harmonie üben, sie kaufen oder gibt es Übungen zur Förderung der Ruhe und Harmonie? Ja und nein – es gibt Möglichkeiten, seine eigene Harmonie zu unterstützen. Zuerst muss aber der Wille da sein, Harmonie und Ruhe zu akzeptieren und leben zu wollen.

Hier ein paar Tipps:

  • viel in der Natur aufhalten - im Wald spazieren gehen
  • Pflanzen im Wohnbereich helfen mit, Harmonie zu verbreiten - sie reagieren sehr fein auf fehlende Harmonie und versuchen, diese auszugleichen
  • es gibt viele Düfte, die mithelfen können Ruhe zu verbreiten - das sind in erster Linie die, die uns gut gefallen
  • die körpergroße Acht hilft sehr, Ruhe in das ganze Sein zu bringen - es lohnt sich, diese Übung immer wieder zu tun
Erklärung:

Aufrecht stehen und in der Höhe des Solar Plexus beginnen - beide Händen nach rechts oben führen und von da einen Bogen nach links oben machen - zurück zum Solar Plexus

Nun das Gleiche in der unteren Körperhälfte

von rechts unten einen Bogen nach links unten und wieder zurück zum Solar Plexus.

Das Ganze wird in einer fließenden Bewegung und mehrere Male hintereinander gemacht .

 

  • vor dem Einschlafen in Gedanken in einen grünen Wald begeben und diese Ruhe und Harmonie genießen - diese Schwingung in den Schlaf mitnehmen und am andern Tag wirklich ausgeruht aufstehen
  • genügend Schlaf; dies ist die beste Voraussetzung, dass sich Ruhe und Harmonie breitmachen kann
  • in einem klaren Rhythmus leben
  • bei der Ernährung darauf achten, welche Lebensmittel verwendet werden - naturbelassene Nahrungsmittel statt Fertigprodukte
 

Ruhe und Harmonie sind nicht nur etwas “nur Ruhiges, oder Passives” - Harmonie und Ruhe können auch sehr aktiv sein. Machen wir alles, was wir tun in Ruhe; egal ob dies eine körperliche oder geistige Höchstleistung ist, oder ob es sich um eine erholsame Pause handelt, dann ziehen wir den höchstmöglichen Nutzen aus allem, was wir tut.

 

Vertrauen und Misstrauen



Vertrauen ist eine der schönsten Sachen der Welt. Dieses Vertrauen ist sehr kostbar und gibt enormen Halt. Vertrauen ist das Wissen, dass ein anderes Wesen das tut, was es im Moment braucht. Dieses Wissen, kommt aus dem Herzen und gibt die Kraft, Dinge zu tun, zu denen wir sonst nicht in der Lage wären. Vertrauen ist die Fähigkeit des Herzens, sich einem anderen Wesen – ob dies nun inkarniert ist oder nicht – anzuvertrauen und dabei ganz tief in seinem Innern zu wissen, dass man sehr gut, liebevoll und wohlwollend aufgenommen ist und akzeptiert wird. Wenn dieses Vertrauen da ist, muss nicht mit dem Kopf überprüft werden, ob der andere dies auch macht, Abmachungen einhält, zu Versprechungen steht oder einem wohlgesonnen ist.

 Sich selbst vertrauen

Eine der wichtigsten Grundlagen, quasi das Fundament dazu ist das Vertrauen sich selbst gegenüber. Es ist sehr wichtig, dass wir uns selbst vertrauen; nur so sind wir in der Lage anderen zu vertrauen. Wenn wir mit unserer Seele zusammenarbeiten und auf den göttlichen Funken in uns vertrauen, dann vertrauen wir nicht irgendwem, sondern einem Teil des großen Ganzen.

 Vertrauen – aber wem ?

Damit wir einem Wesen wirklich vertrauen können, muss es gewisse “Bedingungen” erfüllen, dennoch lässt sich Vertrauen nicht anhand einer Checkliste abhaken – es ist eine Sache des Herzens. Folgenden Punkte sollen lediglich Hilfen sein, kein absoluter Massstab.

  • Das Wesen lebt das, was es sagt und predigt.
Grundlagen für das Vertrauen ist die Ehrlichkeit – die Ehrlichkeit zu sich selbst und zu anderen. Wenn jemand eine große Diskrepanz zwischen seinen Worten und seinen Taten aufweist, dann stimmt etwas nicht.
  •  Das Wesen lebt auf dem Fundament der fünf Seelenqualitäten: Freude, bedingungslose Liebe, Demut, Bescheidenheit und Selbstehrlichkeit.
Ein Wesen das bemüht ist, seinen Weg für sich zu gehen, wird nie das Vertrauen der anderen missbrauchen, nicht “weil man das nicht darf”, sondern weil es ihm gar nicht in den Sinn kommt.
  • Das Wesen vertraut sich selbst.
Ist dieses Selbstvertrauen sehr schwach, kann es sein, dass sich dieses  Wesen bei uns anlehnen will und bei uns Schutz und Beistand sucht. Es ist aber nicht in der Lage, unser Vertrauen restlos zu erwidern, weil es immer wieder an sich zweifelt.
  •   Das Wesen ist eine weise Seele
Das sind diejenigen, die ihren Weg still und bescheiden, leise und stetig gehen und sich ganz in den Dienst des großen Ganzen stellen, ohne sich selbst aufzugeben. Wie merkt man dies, wenn man jemanden trifft -  gibt es Merkmale, auf die besonders zu achten ist oder ist das ganze einfach eine Glückssache? In den Augen spiegeln sich die Qualitäten der Seele. Schauen wir in ein offenes und ehrliches Leuchten, dann haben wir die Antwort und können dieser Person vertrauen.
  •  Vertrauen der geistigen Welt gegenüber
Es gibt ein ganz bekanntes Wort: “So wie unten so oben, so wie oben so unten!” Auch in der geistigen Welt gibt es verschiedenartige Wesen mit den unterschiedlichsten Absichten. Das vorher Erwähnte trifft auch in der geistigen Welt zu. Wenn wir in uns spüren, uns das Wesen vor unserem inneren Auge vorstellen und dann das Leuchten und Strahlen der Seelenqualitäten in der Ausstrahlung dieses Wesens spüren, dann können wir vertrauen. Nehmen wir aber Leere und Dumpfheit wahr, dann wissen wir, woran wir sind. Denken wir immer daran, dass jeder von uns viele Helfer in dieser Ebene hat, die uns dabei unterstützen.

Blindes Vertrauen

Blindes Vertrauen ist nie das Mittel, das zu einem Ziel führt. Schauen wir uns den Wortlaut einmal genau an: Blindes Vertrauen – also ein Vertrauen, das blind ist, nichts sieht, eventuell auch nichts sehen will. Blindes Vertrauen schaltet möglicherweise von vornherein Vorsichtsmassnahmen aus. Hier sind Probleme und tiefe Enttäuschungen vorprogrammiert; aber es kann auch bequem sein. Es ist oft einfacher, wenn man an der Hand genommen wird und diejenigen Schritte macht, die andere für einen vorbereitet haben. Wenn einmal etwas schief geht, ist man nicht selbst dafür verantwortlich, weil die anderen das ja so gewollt haben. Man kann dann – für sich selbst - bequem in der Opferrolle Platz nehmen und hat alle Entschuldigungen bereit. Es versteht sich aber von selbst, dass dies nie der Weg zu sich selbst, der Weg zurück zum Ursprung sein kann.

Glauben – ohne zu fragen ?

Was hat es nun mit dem Glauben auf sich? Irgendwann kommt jedes Wesen an den Punkt, wo es zu glauben beginnt, ohne dass der Sachverhalt genauer bekannt ist. Ist Glauben nicht auch eine Form von blindem Vertrauen? Soll man an etwas glauben oder nur das als Tatsache annehmen, was man sieht? Unter dem Begriff Glauben versteht man das bedingungslose Annehmen von Aussagen. Weil diese Annahmen nicht überprüft werden können, dürfen oder wollen, legt man sie auf die Ebene des Glaubens. Man entzieht sie also einer Überprüfung. Diesen Vorgang haben sich im Laufe der Zeit viele Institutionen zu Nutze gemacht und heben Zusammenhänge auf die Glaubensebene. Es entstehen “Glaubenssätze” und Dogmen. Ob dies eine sinnvolle Sache ist oder nicht, darf jedes Wesen selbst entscheiden. Allerdings stellt sich die Frage, ob immer und überall lautere Werte, hohe Ideale und das Fundament der fünf Seelenqualitäten Pate gestanden haben für solche Glaubenssachen. Was solchen Glaubenssätzen zu Gute kommt, ist ihr Alter. Je älter solche Dogmen sind, also je mehr Personen dies schon geglaubt und teilweise gelebt haben, um so vertrauenswürdiger erscheinen sie. Es gibt mit der Zeit viele Zeugnisse dieser Glaubenssätze, die “beweisen”, dass etwas so ist wie es zu sein hat. Nur ist es leider so, dass es immer wieder geschieht, dass es zu Abänderungen nicht lauterer Art kommt. Hier wird dann der Glaube missbraucht für blindes Vertrauen, um die Personen selbst zu manipulieren - es werden Informationen bewusst unterschlagen.

Was soll man aber nun machen, denn es gibt viele Dinge, die nicht erklärt werden können und trotzdem stimmen sie. Gerade in religiösen Vereinigungen spielen viele Faktoren mit, die sich mit dem Kopf, dem Intellekt nicht erklären lassen. Wenn wir davon ausgehen, alles mit dem Kopf erklären zu wollen oder gar zu müssen, dann werden wir immer auf den Glauben angewiesen sein. Beginnen wir aber mit dem Herzen zu spüren, dann ersetzen wir das Glauben durch das Wissen in unserem Herzen. Hier entscheidet wir selbst und tragen auch die Verantwortung für unsere Entscheidung.

Was hat dies nun mit Vertrauen zu tun? Es gab, gibt und wird immer inkarnierte Wesen geben, die auf ihrem Weg schon sehr weit gegangen sind. Diese Wesen machen es sich zur Aufgabe, den anderen zu helfen, ihnen Wege und Mittel aufzuzeigen, wie sie ihren persönlichen Weg gehen können. Diese Wesen verdienen unser Vertrauen, sie sind unsere Wegweiser, unsere Leuchttürme, die die Richtung angeben, solange bis wir selber Wegweiser und Leuchttürme seid.

Wie wir sie erkennen, wissen wir ja schon ...... . Diese Wesen werden keine Dogmen aufstellen oder uns “zwingen”, Dinge zu glauben, nur weil sie es sagen oder tun. Sie werden uns beide Seiten unseres Tuns aufzeigen und uns auf eventuelle Konsequenzen aufmerksam machen. In jedem Fall aber werden diese “Helfer” immer unseren freien Willen achten und wir entscheiden.

Misstrauen

Misstrauen in seinem eigentlichen Sinne heißt soviel wie: Das geschenkte Vertrauen immer wieder überprüfen. Wenn wir wieder mit unserem Herzen spüren, wird sich dieses regen, wenn es etwas zu “überprüfen” gibt. Dann ist es wichtig, dass wir diesen Regungen des Herzens auch nachgehen und ohne Vorbehalte eine Person, eine Idee, eine Buch, eine Gruppierung... von Neuem anschauen.

Gesundes Misstrauen oder Wachsamkeit

Da sich alles ändert, manchmal sehr schnell, ist es nötig, diese Änderungen auch immer wieder von außen her zu betrachten. Immer wieder ändern sich sehr vertraute Dinge, aber gerade weil sie sehr nahe sind, wird die Veränderung nicht bemerkt. Wenn man von außen her aber damit konfrontiert würde, würde man sich an den Kopf greifen und allen davon abraten. Weil es aber so vertraut und nah war, bemerkt man die Veränderung nicht oder erst sehr spät. Das heißt nun aber nicht, dass wir misstrauisch alles und jedes hinterfragen, umdrehen oder gar zerfleischen müssen. Es ist nicht in jeder Suppe ein Haar - dennoch könnte es sein. In diesem Sinne misstrauisch oder wachsam zu sein hat nichts mit Pessimismus zu tun. Überall wird nur das Schlechte gesucht und wenn nicht gefunden, dann eben konstruiert. Wachsam sein heißt, das Leben zu genießen, Freude an den Mitmenschen zu haben und bereit zu sein zu reagieren, sollte es nötig sein.

Verantwortung selber übernehmen

Jedes Wesen hat seinen freien Willen mitbekommen, dies ist ein sehr schönes, aber auch ein gefährliches Geschenk. Dadurch, dass der freie Wille auch von der geistigen Welt akzeptiert wird, geschieht nichts, wenn wir einen anderen Weg einschlagen, denn wir haben entschieden.

Wenn wir nun diesen freien Willen zu Gunsten von Glaubenssätzen oder Dogmen oder blindem Vertrauen aufgeben, dann geben wir einen großen Teil unserer Verantwortung selbst aus der Hand.

Entwicklungsschritte auf unserem Weg können nur aus freiem Willen getan werden.

Vertrauen hat letztendlich mit Verantwortung übernehmen zu tun. Wir entscheiden selbst, wem wir unser Vertrauen schenken und wem nicht.

Das Wichtigste beim Vertrauen ist, die Impulse “von innen” wahrzunehmen und ihnen den Stellenwert zu geben, den sie verdienen: Nämlich gehört zu werden.

Wenn wir auf unser Herz hören, uns auf unsere innere Stimme verlassen, werden wir mit dem Vertrauen keine Probleme haben. Unser Herz wird uns vor Enttäuschungen bewahren. Denken wir aber immer daran, dass Vertrauen nicht immer nur lieb und nett ist. Im Gegenteil, wenn wir einer Person vertrauen, dann sollte es auch möglich sein, dass diese uns auf ein Verhalten hinweist, was wir vielleicht nicht so gerne hören. Das gegenseitige Vertrauen bildet dann die Basis, das Netz, das diese vermeintliche Belastung in der Beziehung trägt, weil beide wissen, dass es zum Wohle geschieht und nicht gegen die Person gerichtet ist.

Es lohnt sich, darüber nachzudenken und diesen Gedanken auch entsprechende Taten folgen zu lassen. Hören wir auf unser Herz und vertrauen.

 

Gewalt

Gewalt ist ein Thema, dem sich heutzutage niemand verschließen kann. Wir begegnen ihr praktisch täglich, einerseits in eher abstrakter Form von Nachrichten über Gewalttätigkeiten in Krisengebieten irgendwo auf der Erde, andererseits aber auch immer häufiger in unserem persönlichen Umfeld in Form von Ausgrenzungen und Unterdrückung.

Sind wir dem Phänomen Gewalt hilflos ausgeliefert oder haben wir Möglichkeiten, ihr etwas Lichtvolles, Ebenbürtiges entgegenzusetzen?

Es ist nötig und an der Zeit, sich Überlegungen zu diesem Thema zu machen. Unter Gewalt verstehen wir das Außerkraftsetzen des persönlichen, freien Willens des Andern und das gleichzeitige Aufzwingen eines fremden Willens. Es ist nicht so, dass jedes Mal, wenn Personen nicht gleicher Meinung sind und sich dann eine Meinung durchsetzt, Gewalt angewandt worden wäre. Es geht immer darum, welche Meinung vertreten wird (läuft sie dem großen Ganzen entgegen oder steht sie in seinem Dienste), mit welchen Mitteln gearbeitet wird (wird Druck in den verschiedensten Formen aufgesetzt oder wird mit Argumenten überzeugt) und sind die Absichten, die hinter dieser Meinung stehen lauter (geht es um das Wohl des Ganzen oder um das persönliche Wohl eines Einzelnen oder einer Gruppe).

Verschiedene Formen von Gewalt

Physische Gewalt

Dies ist die Form, die am leichtesten zu erkennen ist. Bei der physischen Gewalt geht es darum, den oder die Andern dazu anzuhalten, das zu tun, was ein Stärkerer will. Ob der Stärkere Recht hat, eine moralische Legitimation für sein Tun hat oder ob er fähig ist, andere zu führen, spielt hierbei überhaupt keine Rolle. Was dazukommt, ist die Tatsache, dass hier Wesen einfach für die Absichten und Ziele des Stärkeren benutzt werden, ohne dass sie die Möglichkeit haben, sich zu äußern oder zu wehren. 

Eine weitere Form der physischen Gewalt ist das Töten. Gerade in Kriegen ist das Ziel, möglichst viele “Feinde” auszulöschen, also zu töten, damit sie nicht mehr in der Lage sind, ihre Meinung kundzutun. Wenn zur physischen Gewalt noch die “Freude” kommt, Gewalt auszuüben, dann haben wir hier eine der primitivsten Regungen der menschlichen Seele gefunden.

Psychische Gewalt

Gewalt muss aber nicht immer auf den Körper bezogen sein. Es gibt viele Formen, die sich mit der Psyche eines Menschen beschäftigen und diese mit verschiedensten Mitteln derart unter Druck setzen, bis sie zusammenbricht – dann ist der Mensch, das heißt sein Wille, gebrochen und er kann sein Leben nicht mehr selber bestimmen. Psychische Gewalt wird in der heutigen Zeit sehr häufig eingesetzt, sei es im Geschäftsleben, in persönlichen Beziehungen oder anderswo. Die am meisten verbreitete Art ist die Form der Androhung. “Wenn Du nicht machst, was ich will, dann geschieht dies oder das!” Dieses Prinzip wird sehr häufig verwendet. Auch hier müssen wir unterscheiden, ob es sich um das Aufmerksammachen auf “normale” Konsequenzen handelt, oder um das Durchsetzen eines Willens zur persönlichen Machtbereicherung.

Liebesentzug oder die Androhung davon ist gerade in der Erziehung ein beliebtes Mittel. Aber auch hier handelt es sich im Prinzip um eine Form von psychischer Gewalt. Auch mit Worten kann Gewalt ausgeübt werden. Die Demütigung und das vor Augen führen von Unzulänglichkeiten, zum Zweck der Erniedrigung des andern, sind als Gewaltanwendungen anzusehen.

Ursachen von Gewalt

Eine der Grundlagen der Gewalt ist die, dass sich ein Wesen vom Ursprung entfernt hat. Dadurch ist es nicht mehr verbunden mit den Grundwerten des Lebens, es beachtet die fünf Seelenqualitäten nicht mehr und hat den persönlichen Eigennutz an die Stelle des großen Ganzen gesetzt. Wenn diese Voraussetzungen “erfüllt” sind, haben wir den Nährboden für Gewalt in irgendeiner Form.

Wenn ein Wesen nicht mehr oder nur schwach mit dem Ursprung verbunden ist, spürt es auch nicht mehr, wo seine Wurzeln sind. Auf der Suche nach neuen Wurzeln treibt es oft ziellos dahin und gelangt an alle möglichen Orte. Dadurch fehlt dann die Fähigkeit, hinter die Dinge zu sehen, sich selbst und andere zu hinterfragen und eigenständige Meinungen zu entwickeln. Diese sind aber nötig, um jeder Form von Gewalt entgegentreten zu können.

Mangelnde Erdung erhöht die Bereitschaft zu Gewaltanwendung. Fehlt nämlich die Erdung, ist es nicht möglich oder zumindest sehr schwierig, auf Impulse aus der geistigen Ebene zu reagieren.

Es ist eine Tatsache, dass Gewalt auch eine Frage des Bewusstseins ist. Je höher entwickelt ein Bewusstsein, um so kleiner ist die Versuchung, Gewalt anzuwenden oder sich der Gewalt zu beugen.

Eine weitere Ursache von Gewalt ist das Durchsetzen Wollen des eigenen Willens um jeden Preis. Wenn es an Selbstehrlichkeit mangelt, dann kommt es vor, dass der eigene Wille mit allen Mitteln, auch mit Gewalt, durchgesetzt wird. Wenn Argumente fehlen, helfen Fäuste; wenn Fäuste zu direkt, zu offensichtlich sind, hilft psychischer Druck.

Ein weiterer Nährboden für Gewalt ist die Tatsache, dass viele “Schwache” zusammen “Starke” geben. Gruppierungen, die zu fanatisieren sind, bilden eine ideale Grundlage für Gewaltanwendungen. Der Slogan: “Zusammen sind wir stark!” kann stimmen und zum Guten führen. Oft wird er aber missbraucht und animiert labile Wesen, in Gruppen Gewalt gegen andere auszuüben. Durch dieses Eintauchen in die Menge, durch das Gleichschalten, sowohl im äußerlichen Auftreten wie auch im Gedankengut und durch einfache, einprägsame und aufputschende Parolen, wird der Einzelne vermeintlich seiner Verantwortung entbunden und er ist für sein Tun entschuldigt, weil ja die ganze Gruppe tut. Diese Tatsache haben alle Diktatoren geschickt angewandt oder missbraucht.

Gewalt zur Unterhaltung

Schon seit früher Zeit suchte der Mensch Unterhaltung. Das kann Musik sein oder ein Schauspiel, ein Buch oder ein Film. In dieser Unterhaltung spielt die Gewalt je länger je mehr eine große Rolle. Durch das Medium Film wird die rohe Gewalt zum Teil richtiggehend verherrlicht. In gewissen Filmen wird am laufenden Band gemordet, geraubt .... . Dies alles soll dann der Unterhaltung dienen.

In der Vergangenheit waren dies z.B. im alten Rom die Gladiatorenkämpfe, die zur Ergötzung der Mengen veranstaltet wurden.

Für viele Menschen, vor allem für Kinder, wird die Anwendung von Gewalt so zu etwas Normalem, etwas Selbstverständlichem. Weil sie so oft sehen, dass Probleme mit Gewalt gelöst werden, übernehmen sie diese Art der “Problemlösung” und die Hemmschwelle zur Gewaltanwendung wird immer niedriger.

Gewalt und Stärke

Oftmals wird Gewalt als Stärke verstanden. Dem ist aber nicht so, denn mit Gewalt wird lediglich versucht, eine physische Überlegenheit zu demonstrieren und diese mit allen möglichen Mitteln zu behaupten. Da sie aber meist geballt und konzentriert auftritt, erweckt sie den Anschein von Stärke.

Wirkliche Stärke braucht keine Gewalt, denn wirkliche Stärke ist eine Frage der inneren Haltung.

Machtlosigkeit

Wenn an einem Menschen Gewalt verübt wird, fühlt dieser sich sehr oft machtlos. Dies beruht auf der Tatsache, dass Gewalt, in welcher Form auch immer, sehr direkte, vor allem materielle Auswirkungen hat. Sobald wir uns aber als ganzheitliches Wesen sehen und uns diese Tatsache auch wirklich bewusst sind, werden wir sehen, dass wir “nur” in der materiellen Ebene von dieser Gewalt betroffen sind. Unsere Gedankenkraft, unsere Intuition und unsere Qualitäten kann die Gewalt nicht antasten.

Mittel gegen die Gewalt

Es gibt Mittel gegen die Gewalt, man ist ihr nicht ohnmächtig ausgeliefert. Eine wichtige Tatsache gilt es dabei zu bedenken. Gewalt ist immer darauf aus, wieder Gewalt zu erzeugen. Wenn ihr dies gelingt, dann hat sie ihr Ziel erreicht, dann herrscht ein Klima mit klaren Fronten. Auf dieser Grundlage gedeiht Gewalt sehr gut.

Es ist also wichtig, nicht an der Gewaltspirale zu drehen und sie zusätzlich noch anzuheizen. Dies heißt aber nicht, dass wir uns jeder Gewaltanwendung einfach beugen sollen. Im Gegenteil; aber greifen wir nicht selbst zu den gleichen Mitteln, auch wenn unsere Absichten vielleicht sehr lauter und ohne persönlichen Egoismus sind.

Das beste Mittel gegen die Gewalt ist die gelebte Liebe und die Freude; wenn dann noch die Selbstehrlichkeit dazukommt, hat Gewalt keinerlei Nährboden mehr und sie verkümmert.

Denken wir immer daran, eine große Entwicklung beginnt im Kleinen, beim Einzelnen. Freude und Harmonie in Alltag lassen Gewalt gar nicht erst aufkommen.

 

Toleranz

Ein aktuelles Thema, besonders in der heutigen Zeit des Wandels und des Aufbrechens von alten Strukturen, ist es wichtig, andere gewähren zu lassen, also tolerant zu sein, aber trotzdem - aus Verantwortung heraus - mit wachen Augen seine Umwelt zu beobachten und eventuell einzugreifen.

Unter Toleranz verstehen wir die Achtung und Akzeptanz eines anderen Wesens in seiner Gesamtheit.

Wenn wir in fremde Länder reisen, werden wir automatisch mit fremden Menschen und Gebräuchen konfrontiert. Es ist interessant und spannend zugleich, dieses Anders-Sein zu beobachten und sich darauf einzulassen.

Toleranz bedeutet nicht nur das Achten in Bezug auf andere Menschen. Toleranz bezieht sich auf jede Form von Wesen, auf jede Form von Leben, also auf alles was uns umgibt.

Wenn wir im Wald spazieren gehen, dann ist es nötig, den Wald als Ganzes, sowie auch die einzelnen Lebewesen zu achten und zu akzeptieren. Toleranz heißt, das Ganze zu sehen und sich nicht mit Teilen zu begnügen.

Bei einem Freund, können wir auch nicht nur die Züge an ihm zum Freund haben, die uns gefallen. Wir haben diesen Menschen zum Freund, als ganzes Wesen, mit allem, was ihn ausmacht - oder wir haben ihn nicht zum Freund.

Toleranz ist keine Übung, die man hie und da macht; Toleranz ist eine Lebenshaltung, die man sich erarbeitet. Es ist eine Einstellung zu sich selbst und dem Leben als Ganzes

Was heißt Toleranz nicht?

Oftmals wird unter Toleranz verstanden, dass andere einfach tun und lassen können, was sie wollen. Es geht einem ja nichts an und man will sich nicht einmischen.

Toleranz heißt aber nicht, dass wir wegschauen, wenn sich jemand über jegliche Grenzen hinwegsetzt und dadurch dem großen Ganzen oder einzelnen Wesen Schaden zufügt.

Toleranz darf auch nicht heißen, dass wir alles, was um uns herum geschieht, einfach hinnehmen und dulden. Nein - es geht darum, bei offensichtlichen Missständen die Augen offen zu halten und zu reagieren.

Gerade in der heutigen Zeit hat vermeintliche Toleranz dazu geführt, dass Menschen menschenunwürdige Dinge tun können. Der Rest der Welt schaut zu, weil sie ja tolerant ist und sie das, was geschieht, nichts angeht.

Toleranz in diesem Sinne hat aber nichts mit Toleranz zu tun. Es ist eher der Versuch einer Entschuldigung für eigenes Nicht-handeln oder für das Wegschauen; ein Versuch, das schlechte Gewissen zu beruhigen.

Es liegt bei uns zu entscheiden, wo sich ein Engagement gegen Missstände lohnt und wo es nötig ist. Gerade weil wir Toleranz üben, kann es manchmal sein, dass wir eingreifen müssen, weil Toleranz heißt, andere Wesen in ihrer Gesamtheit zu achten.

Diese Tatsache darf aber nicht zu einer Besserwisserei führen. Es geht nicht an, überall und jederzeit nur noch Ausschau nach offensichtlichen oder vermeintlichen Missständen zu halten oder jedes andere Wesen belehren zu wollen.

“Wann und wo sollen wir aktiv werden und wann ist es ein “Schulmeistern”, ein Nörgeln?” Die Antwort auf diese Frage können wir in uns selbst finden. Als Grundlage dienen uns die fünf Seelenqualitäten. Wenn wir zudem unsere eigene Person aus dem Spiel lassen, also bedingungslos handeln, dann haben wir die Gewähr, dass es kein Nörgeln am Andern ist.

Toleranz im Alltag

Ohne Toleranz kann der Alltag nicht bestritten werden. Wir wissen alle, dass es immer verschiedene Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe anzugehen. So verschieden die einzelnen Wesen sind, so verschieden sind auch die Wege, die zu einem bestimmten Ziel führen.

Diese Tatsache hat aber dazu geführt, dass es Menschen gibt, die sich über alle Regeln und Gepflogenheiten hinwegsetzen und meinen, sie könnten tun und lassen, was sie wollen. Wenn nun ein solches Wesen dauernd Grenzen überschreitet, andere dadurch stört und belästigt oder gar gefährdet, ist es an der Zeit einzuschreiten. Im Alltag gibt es viele solcher Situationen.

Nehmen wir als Beispiel den Straßenverkehr. In diesem Bereich gibt es viele Regeln und Gesetze, die den Hintergrund haben, alle (auch die Umgebung, die Bäume, die Luft...) voreinander zu schützen. Diese Regeln sind allen bekannt. Es gibt dennoch einige, die diese Regeln übertreten und dadurch sich selbst und auch andere gefährden.

In welchen Fällen soll man reagieren?

Reagieren heißt, ohne emotionalen Ausbruch aufmerksam machen, da, wo jemand durch sein Verhalten andere gefährdet. Dort eingreifen, wo es wirklich um etwas geht - zum Wohle des Ganzen.

Wie, in welche Weise soll man reagieren?

Beschimpfungen, Anschreien und andere “laute” Mittel, verbunden mit eindeutigen Gesten sind nie geeignet, jemanden auf Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Ruhig und sachlich - aber klar und bestimmt. Es geht nicht um unsere Person, sondern um die Sache selbst..

Verantwortung übernehmen

Toleranz hat sehr viel mit Verantwortung zu tun. Es geht hier um die Verantwortung für das große Ganze. Jedes Wesen trägt in sich die Verantwortung für sich selbst - aber auch die Verantwortung dem Ganzen gegenüber. Wenn wir durch ein bestimmtes Verhalten anderer selbst betroffen sind, erscheint uns eine Reaktion ganz natürlich, ja sogar nötig. In diesem Falle wird Toleranz nicht herbeigezogen. Ist aber das große Ganze betroffen, dann muss oftmals die Toleranz herhalten, wenn man nicht reagieren will.

Gerade im Bereich des großen Ganzen ist unsere Mitarbeit dringend nötig. Gebrauchen wir unsere Fähigkeiten und setzen wir unsere Hilfsmittel ein, um Klarheit zu verbreiten. Dann ist es möglich, dass das gegenseitige Achten, die Achtung vor dem Leben wieder Grundwerte auf der ganzen Erde werden und auch bleiben.

Kann Nicht-handeln hinter Toleranz versteckt werden?

Die Toleranz wird manchmal als Deckmantel gebraucht, um irgendwo nicht zu reagieren. Sei es, dass man nicht will, nicht kann oder nicht den nötigen Mut aufbringt, um eine Sache, ein offensichtliches, die Allgemeinheit gefährdendes Fehlverhalten aufzudecken oder darauf hinzuweisen. Es geht nicht darum, überall Fehler (der anderen) zu suchen und diese dann öffentlich breitzuschlagen. Dies kann nämlich auch eine Flucht nach vorne sein, getreu dem Motto: “Wenn ich die Fehler bei andern suche und finde, muss ich mich nicht mit mir beschäftigen”.

Es geht darum, dass wir zu unserer Überzeugung stehen und diese auch vertreten können und uns auch trauen, dies auch zu tun.

Toleranz, heißt auch, zu akzeptieren, in welchem Tempo und in welcher Art sich ein Wesen entwickelt. Sehr oft geschieht es aber gerade hier - wohlgemeint in bester Absicht - dass andere Wesen gestoßen und gezogen werden - oder es wird zumindest versucht.

Lassen wir jeden Menschen, auch die - oder gerade die, die uns sehr am Herzen liegen, Schritte in ihrer Entwicklung tun, wann immer sie diese zu tun bereit sind. Gerade diese Toleranz braucht es, denn jedes Wesen bestimmt das Tempo seiner Entwicklung selbst, auf Grund seines freien Willens.

Es kann auch das Gegenteil eintreten, indem versucht wird, andere in ihrer Entwicklung zu hemmen oder gar zu stoppen. Das ist genau das Gleiche - in dem Fall achten wir das andere Wesen auch nicht und versuchen, ihm etwas aufzuzwingen, was unserer Ansicht nach “gut” ist. Es ist ein Versuch zu bestimmen, was andere zu tun oder zu lassen haben. Hier ist Toleranz wirklich angebracht. Sind wir uns immer bewusst, dass unser Weg für uns der beste ist - es bedingt aber nicht, das er für eine andere Personen auch der beste sein muss.

Das Thema Toleranz ist sehr vielschichtig. Es reicht von den einfachsten Dingen im Alltag bis zu den komplexesten Zusammenhängen in allen Ebenen. Toleranz ist Aktivität und Passivität - beides gehört dazu.

Toleranz darf aber nie als Ausrede herhalten, etwas nicht zu tun, was wir eigentlich tun müssten.

Ziel wäre es, Toleranz im Alltag zu leben - von innen heraus, als Lebenshaltung.

 

Beharrlichkeit



"Beharrlichkeit zahlt sich aus", so heißt es im Volksmund. In schwierigen Situationen, wo Rückschläge zu verzeichnen sind, dann ist genau diese Tugend gefragt - nur so kann es weitergehen. Strohfeuer sind schnell entzündet sie brennen hell, haben aber wenig Nachhaltigkeit.

Beharrlichkeit ist die Fähigkeit, an einer Sache zu bleiben, auch wenn sie die anfänglichen Reize verloren hat. Beharrlichkeit setzt voraus, dass man an die Sache glaubt, für die man sich einsetzt.

Beharrlichkeit beinhaltet:

  • die Fähigkeit sich durchzubeißen, wenn Widerstände auftreten
  • das zu sich stehen, wenn man von einer Sache überzeugt ist
  • das in Kauf nehmen, dass aus anfänglicher Euphorie Knochenarbeit werden kann
  • die Fähigkeit, bei dem zu bleiben, was man hat
Einfach gesagt, Beharrlichkeit braucht es, um dem Leben eine Konstanz zu geben.

Beharrlichkeit im Großen

Wir haben alle das gleiche Ziel, das Zurückgehen in den Ursprung und die Überwindung der Dualität. Damit wir auch alle dorthin gelangen und unser Ziel erreichen braucht es viele Schritte. Diese einzelnen Etappen auf dem Weg zum Ziel verlangen Beharrlichkeit. Es ist nicht immer einfach, das Ziel vor Augen zu haben und gradlinig darauf los zu gehen. Denken wir in diesem Zusammenhang auch an die Engelwesen, die uns in bewundernswerter Beharrlichkeit begleiten.

Beharrlichkeit im persönlichen Bereich

Auch in diesem Bereich hat diese Tugend große Auswirkungen - sie bestimmt unser Leben.

Wir gehen Verpflichtungen ein, die weitreichende Folgen haben, z.B. die Geburt und Erziehung eines Kindes. Mit der Zeugung und der Geburt ist es nicht getan. Das Kind darf nach seiner Geburt gehegt und gepflegt werden. Wir dürfen ihm das Rüstzeug für sein weiteres Leben mitgeben. Alle, die Kinder aufgezogen haben, wissen, dass dies nicht immer einfach ist. Es ist aber sicherlich auch allen klar, dass das Kind nicht einfach zurückgegeben werden kann, wenn sich die anfängliche Euphorie gelegt hat. Es geht einfach darum, auch dann sein Bestes - zum Wohle des Kindes - zu geben, wenn Schwierigkeiten und Konflikte auftreten. Solange, bis das Kind auf seinen eigenen Beinen sein Leben meistern kann.

Lernen ist auch noch so eine "Verpflichtung". Hier ist nicht nur das schulische und berufliche Lernen gemeint, sondern auch das "menschliche" Lernen. Das dauernde Arbeiten an seiner persönlichen Entwicklung.

Beharrlichkeit und Hilfsmittel

Für unseren Weg haben wir viele Hilfsmittel z. B. die DAN Energie zur Verfügung gestellt bekommen. Am Anfang, wenn wir ein solches Hilfsmittel erlernt haben, ist Euphorie da und wir wenden es oft an. Es zeigen sich Erfolge und es geht uns gut. Mit der Zeit verschwindet die Euphorie und das Hilfsmittel wird nur noch dann und wann genutzt. Gleichzeitig aber kommt der Gedanke und der Wunsch auf, dass man ein Hilfsmittel bräuchte, um überhaupt bestehen zu können. Der gute Vorsatz sich etwas Gutes zu tun ist verblasst. Wenn eine schwierige Situation auftaucht, dann muss nicht zwangsläufig ein neues, effektiveres Hilfsmittel her, sondern die, die uns bereits zur Verfügung stehen, müssen und dürfen angewendet werden. Alle diese Hilfsmittel haben einen - vermeintlichen- Fehler: wir müssen sie selber nutzen, sie kommen nicht zu uns. Nur so leisten sie uns gute Dienste auf unserem Weg.

Fehlende Beharrlichkeit und Sensationslust

Beharrlichkeit hat etwas mit Beständigkeit zu tun. Gerade in der heutigen Zeit ist dies aber immer weniger gefragt. Immer muss etwas Neues her. Meistens wird nicht mehr hinterfragt, ob es etwas Neues braucht, oder ob das Neue wirkungsvoller ist als das Bestehende. Manche sind immer auf der "Jagd" nach Neuem - egal in welchen Bereichen. Vieles wird angetippt, aber nicht richtig erfasst. Eigentlich ist es nicht das Sich-beschäftigen-wollen mit einer Sache, sondern eher das Sammeln von möglichst vielen Gedanken und Hilfsmitteln. Wenn wir uns wieder auf unsere Intuition besinnen und das Neue für uns prüfen, werden wir immer das Richtige für uns finden.

Beharrlichkeit und Sturheit

Man könnte leicht auf den Gedanken kommen, dass Beharrlichkeit zur Sturheit führen kann, dem ist aber nicht so. Beharrlichkeit ist das langfristige Auseinandersetzen mit einer bestimmten Sache. Dies geschieht aber nicht in unkritischer Art und Weise, sondern wird gerade durch die Beharrlichkeit immer wieder hinterfragt. Sturheit entsteht dann, wenn die Beharrlichkeit erstarrt und ihre Flexibilität verliert. Dann bilden sich Dogmen. Beharrlichkeit erlaubt uns offen zu sein und Neues anzuschauen, ohne den eigenen Weg zu verlassen. Gerade aus der Beharrlichkeit heraus können wir spüren, wenn die Zeit der Veränderung reif ist.

Beharrlichkeit und Klarheit

Verwechseln wir auch nicht Beharrlichkeit damit, das wir uns für etwas festgelegt haben und dies dann für alle Zeiten so zu sein hat. Beharrlichkeit setzt Klarheit voraus. Wenn uns etwas klar ist, fällt es uns auch leichter beharrlich zu sein - wir haben dann einen inneren Antrieb.

Beharrlichkeit und zu sich stehen

Mit Hilfe der Beharrlichkeit können wir auch zu uns selbst und unseren Idealen stehen. Es geht dann nicht mehr darum, ob die anderen unsere Einstellung teilen oder sie "gut" finden, ob wir Beachtung und Annerkennung bekommen, oder groß herauskommen. Wenn wir von einer Überzeugung zur anderen springen, laufen wir Gefahr uns zu verzetteln oder gar zu verlieren. Gelingt es uns aber zu uns zu stehen, bringt dies eine große Befreiung und wir kommen unbeirrt und gradlinig an unser Ziel.

 

Klarheit - der Schlüssel zum bewussten Leben



Vieles von dem, was wir tun, ist uns klar; aber wir tun immer wieder Dinge, die uns nicht oder nur teilweise klar sind.

Ein Beispiel:

Wir sind in einem Boot auf dem Ozean. In dieser Situation haben wir zwei Möglichkeiten:

  • wir lassen uns treiben und von den Wellen und dem Wind leiten, oder
  • wir nehmen die Ruder in die Hand und leiten das Boot in die von uns ausgewählte Richtung
In beiden Fällen gelangen wir irgendwo hin, nur im ersten Fall bestimmen andere über unseren Weg, im zweiten Fall nehmen wir den Weg selbst in die Hand.

Wenn die Klarheit vorhanden ist, können wir unseren Weg selbst bestimmen, wenn sie uns fehlt, sind wir ein Spielball von anderen Interessen und unser Weg verläuft willkürlich. Wir haben es selber in der Hand, wer unseren Kurs bestimmt.

Was heißt aber nun Klarheit eigentlich?

Diese Qualität besagt, dass die Handlungen, das Denken und das Verhalten eines Wesens geprägt sind von Zielstrebigkeit und Verantwortungsbewusstsein sich selbst und der Umgebung gegenüber. Es zeigt an, dass ein Wesen, aufgrund von Erfahrungen und Überlegungen seinen Weg und sein Ziel kennt und dass es diesen Weg auch geht.

Klarheit im täglichen Leben - ein alltägliches Beispiel

Einkaufen - hier haben wir verschiedene Möglichkeiten, wie wir vorgehen könnten. Wenn wir gezielt unsere Besorgungen machen wollen, werden wir uns zuerst hinsetzen und uns überlegen, was wir alles brauchen. Es empfiehlt sich, eine Einkaufsliste zu erstellen. So ausgerüstet werden wir im Laden schnell und gezielt unsere gewünschten Waren finden und wir schließen diese Arbeit in einer angemessenen Zeit ab. Wir werden auch nichts Unnötiges einkaufen oder Dinge vergessen, die wir brauchen. Das alles erreichen wir, weil wir uns die Mühe gemacht haben, uns Klarheit über diesen Einkauf zu schaffen.

Was geschieht nun aber, wenn wir diese Klarheit nicht haben. Wir kennen alle diese Situation. Wir gehen dann ziellos im Laden umher und greifen uns Produkte aus den Regalen, die wir eigentlich gar nicht brauchen, wir werden schnell von sogenannten Aktionen und Sonderangeboten angelockt - und bis wir uns umsehen, haben wir diese Dinge in unserer Einkaufstasche. Zu Hause stellen wir dann fest, dass wir wohl sehr viele Sachen gekauft haben, uns aber trotzdem das eine oder das andere fehlt. In diesem Fall waren wir uns nicht klar über den Einkauf und haben uns beeinflussen lassen (Sonderangebote, schicke Verpackungen, ...). Mit Klarheit lässt sich sogar Geld sparen.

Freizeit

In den Ferien freuen wir uns, spannen aus und leben einfach in den Tag hinein. Am Ende unseres Urlaubs stellen wir dann aber fest, dass wir nichts von dem, was wir uns vorgestellt oder vorgenommen, erreicht haben. Warum? Wir haben uns treiben lassen:

  • da hat das Telefon geläutet und wir haben während des schönsten Sonnenscheins über irgendeine Lappalie telefoniert
  • wir sitzen im Liegestuhl, machen es uns bequem und plötzlich werden wir von irgendwem gestört
  • wir leben in den Tag hinein und merken erst in letzter Minute, dass wir noch Besorgungen machen
Sicher, tut es hin und wieder gut, wirklich ohne Programm zu leben, wir müssen uns auch nicht immer ein Programmablauf zurecht legen. Es geht darum, uns klar zu machen, was wir mit unserer Freizeit anfangen möchten. Wenn uns klar ist, dass wir unseren dazu benutzen möchten, um auszuspannen, dann sollten wir diese Klarheit auch umsetzen und gewisse Vorkehrungen dafür treffen. Wir lassen uns dann nicht durch das Telefon während der schönsten Zeit des Tages stören - geben evtl. bekannt, dass wir diese Tage in Ruhe verbringen wollen und überlegen uns vorher, was wir noch alles brauchen, um diese Ruhe auch richtig genießen zu können. Jetzt können wir den Urlaub in vollen Zügen genießen.

Tägliche Arbeiten

Wir alle wissen, wie es sein kann, wenn wir sehr viele Dinge zu erledigen haben. Oft kann es dann geschehen, dass man den ganzen Tag sehr geschäftig war, aber am Abend bemerkt, dass man eigentlich gar nichts erreicht hat. Dann macht sich Ärger oder Niedergeschlagenheit breit.

Wenn wir uns aber klar machen, was wir alles tun möchtet, wollen oder müssen, dann können wir uns einen Plan zurechtlegen, wie wir dieser Arbeitsbelastung Herr werden können. Prioritäten setzen ist hier auch sehr hilfreich. Dies verhindert Leerläufe und wir erledigen zuerst die wichtigen Sachen und nachher die anderen. Am Abend haben wir dann einen großen Teil der Arbeit erledigt und wir haben nicht mehr das Gefühl, nichts erreicht zu haben. Auf diese Weise können wir auch unvorhergesehenen Situationen begegnen (Besuch, Telefon, ...), indem wir klar (nicht unhöflich) zum Ausdruck bringen, dass wir noch dieses und jenes zu erledigen haben, uns aber freuen würden, dies auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen.

Berufsleben

Oft entstehen in Leben Situationen, in denen wir Beruf, Familie, Freizeit und dann auch noch unsere geistige Entwicklung nicht mehr zusammenbringen. Irgendetwas leidet oder wird auf Kosten eines anderen Teils gemacht. Dies führt dann zu dem Gefühl, dass wir überfordert sind und dass zu viele Ansprüche an uns gestellt werden. Wenn wir uns aber klar machen, welchen Stellenwert jeder einzelne Teil hat ist es uns möglich, alle diese Aspekte unserer Tätigkeiten "unter einen Hut zu bringen",

Wanderungen

Hier wird es offensichtlich, dass es im voraus Klarheit braucht, um dieses Unternehmen zu einem guten Ende zu bringen. Als erstes müssen wir uns klar werden, wohin wir wandern möchten. Diese erste Klarheit braucht es, damit wir die Sachen, die wir benötigt, bereitlegen können. Es braucht für eine Hochgebirgstour eine andere Ausrüstung, als wenn wir in der Ebene wandern wollen.

Wenn wir einfach drauflosfahren, müssen wir unliebsame Überraschungen in Kauf nehmen.

Klarheit braucht es in jeder Lebenslage, sie ist für alle unsere Handlungen, auch für Nicht-Handlungen, nötig.

Umgang mit Hilfsmitteln

Es stehen uns auf unserem Weg viele Hilfsmittel zur Verfügung (Kristalle, Essenzen Oele, ...), die wir gezielt einsetzen dürfen. Wenn wir also ein Hilfsmittel einsetzen, sollte uns vorher klar sein, was wir damit bewirken wollen, dann werden uns die "richtigen" Kristalle anlachen, die "richtigen" Essenzen oder Oele bereit stehen.

Es ist nicht möglich, dass wir zum Arzt geht und sagen: "Bitte geben Sie mir ein Mittel." Der Arzt braucht Angaben, er versucht eine Diagnose zu stellen - er verschafft sich Klarheit über unsere Situation. Erst dann ist er in der Lage, uns ein Hilfsmittel zu geben, und zwar eines, das der gegenwärtigen Situation angepasst ist.

Diese Beispiele aus dem täglichen Leben haben direkten Bezug zur Arbeit auf der geistigen Ebene.

Auswirkungen der Klarheit auf der geistigen Ebene

Es gibt viele Umschreibungen der Tatsache, dass es oben und unten keine Unterschiede gibt. In jeder Kultur wird sie anders formuliert, der Inhalt bleibt aber immer der gleiche .

"So wie unten, so oben - so wie oben, so unten"

Dies besagen im Grund nur, dass es keinerlei Unterschiede zwischen der geistigen und der physisch inkarnierten Ebene gibt, was die Konsequenzen von Handlungen und von versäumten Handlungen betrifft.

Wenn nun jemand auf der physisch inkarnierten Ebene keinerlei Klarheit besitzt, ist es eine Illusion zu meinen: "Ja, auf der geistigen Ebene, ist das ganz anders, da ist mir alles klar!" Nein, wer sich chaotisch, ohne Klarheit im Alltag verhält, der wirkt auch ohne Klarheit, also chaotisch auf der geistigen Ebene, denn es gilt.

Oft fehlt den Menschen die Klarheit in den einfachsten Dingen. Dieses Unklarsein führt auf der geistigen Ebene zu sehr großen Turbulenzen. Dies zu wissen ist sehr wichtig, denn die Klarheit spielt sich in erster Linie im Denken ab. Klarheit im Denken ist eine Vorbereitung des Handelns. Erst wenn wir unsere Handlungen klar durchdacht haben, können wir auch klar handeln, oder auf eine Handlung verzichten.

Anfänglich bereitet das Streben nach Klarheit Mühe, denn es erfordert eine dauernde

Aufmerksamkeit. Dies wird aber nicht lange so bleiben, denn wir werden spüren, dass die Klarheit mit der Zeit alle Ebenen unseres Seins durchdringt. Das Chaotische hat immer weniger Chancen. Damit legen wir den Grundstein für verantwortungsbewusstes Handeln auf der geistigen Ebene. Wir werden Lichtarbeiter, auf die man sich in jeder Situation verlassen kann.

Fehlt uns diese Klarheit, kann sich das Chaotische ausbreiten und wir werden zum Spielball von irgendwelchen Mächten. Es ist nicht so, dass jeder, dem die Klarheit abgeht, dann automatisch für die dunkle Seite arbeitet. Nein, vielmehr ist es so, dass sich diese Person von jeder Seite und von jeder Ebene einspannen lässt, je nachdem wer gerade "am Drücker" ist.

Beginnen wir uns dies wieder klar zu machen! Wo stehe ich, was will ich und wohin will ich gehen.

Bewusste und unbewusste Handlungen

Vielfach hört man den Ausspruch: "Ja, dieses oder jenes habe ich unbewusst getan, ich kann nichts dafür." Es gibt aber keine unbewussten Handlungen, jedes Wesen bestimmt, was es tut oder nicht tut - auf der geistigen wie auf der physisch inkarnierten Ebene.

Wenn wir uns dessen klar sind, dann wird auf der geistigen Ebene die Arbeit auch in Klarheit ausgeführt. Wenn uns aber die Klarheit fehlt, dann fehlt sie auch bei der Arbeit auf der geistigen Ebene. Das heißt, dass wir mit unserem Verhalten verantwortlich sind, wie unsere "unbewussten Teile" ihre Arbeit ausführen.

Hält sich ein Mensch in keiner Art und Weise z.B. an die Verkehrsregeln, übertritt sämtliche Gebote und Verbote; dann können wir uns denken, wie diese Person erst auf der geistigen Ebene "herumfährt".

Ein weiterer Punkt, der die Arbeit auf der geistigen Ebene sehr stark beeinflusst, ist unser Denken. Oft wird angenommen, dass es ja gar nicht so schlimm ist, wenn man etwas "nur" denkt. Dies hat aber ebenfalls Folgen.

Klarheit und geistige Führung

Nun kann die Frage auftauchen, wie man sich denn von der geistigen Ebene aus führen lassen soll, wenn doch alles schon im Voraus vor mir selbst klar sein muss. Ist also diese Art von Klarheit und das Sich-Führen-Lassen ein Widerspruch?

Nein, es ist kein Widerspruch, denn Klarheit ist auch eine der Grundlagen der Intuition, des Sich-Führen-Lassens. Damit wir überhaupt geführt werden können, müssen wir in Klarheit unseren Weg gehen, klar unser Ziel vor Augen haben und klar unsere Absichten darlegen.

Einige werden vielleicht nun einwenden, dass es sehr schwierig ist, mit klaren Vorstellungen durchs Leben zu gehen und trotzdem auf Impulse aus der geistigen Ebene zu reagieren. Auf den ersten Blick erscheint dies auch wirklich schwierig, aber auch hier trügt der Schein. Hier liegt nämlich ebenfalls die Klarheit zu Grunde. Wenn ein Mensch so lebt, dann hat er sich klar gemacht, dass er sein Leben in die Hand nimmt und gleichzeitig auf die Hilfe seiner geistigen Führer hört, die ihn unterstützen. Es ist ein Miteinander und zwar dauernd, nicht nur zu bestimmten Zeiten.

Klarheit heißt ja nicht, dass wir einen einmal gefassten Plan nicht mehr ändern dürfen, wenn wir neue Impulse bekommen haben. Es hindert uns niemand daran, heute klüger zu sein als gestern.

Klarheit heißt, dass wir unser Leben bewusst in Eure Hände nehmen, dass wir mit unserem Verhalten und unseren Gedanken das Umfeld abstecken und dass wir auf die Impulse der geistigen Führung hören.

Wenn uns dies gelingt, dann sind  wir auf dem Weg zurück zum Ursprung wieder ein Stück weiter gekommen.

Zu sich stehen



Häufig begegnen wir Situationen, dass jemand

  • etwas will, aber dies nicht ausspricht
  • eigentlich in einer bestimmten Art und Weise handeln möchte, aber fast das Gegenteil tut,
  • Meinungen und Ansichten anderen gegenüber nicht vertreten kann .........
Sehr oft ist es der Fall, dass wir nicht zu uns stehen, dass wir unsere eigenen Bedürfnisse nicht anmelden, nicht kommunizieren - oder gar verneinen.

Dies alles führt zu Frustration und zu einem Gefühl, dass man übergangen oder gar nicht ernst genommen wird.

Warum kommt es aber vor, dass wir oft nicht zu uns stehen? Hier gibt es vielerlei Gründe:

  • nicht wissen, was man will
  • mangelnde Klarheit
  • Erziehung
  • mangelndes Selbstvertrauen
  • Ziellosigkeit
  • fehlender Mut
  • Angst vor Konfrontationen
  • Angst, den Ansprüchen nicht zu genügen
  • Angst, das Umfeld zu enttäuschen
  • Ablehnung eigener Bedürfnisse
  • Verhaltensmuster - Opferrolle
  • und so weiter - die Liste ist nicht vollständig
Es ist wichtig, dass jeder zu sich steht, denn das bildet eine der Grundlagen der eigenen Entwicklung. Allerdings braucht es dazu zwei Dinge:

  • wer bin ich?
  • was will ich?
Wenn uns nicht klar ist, was wir vom Leben erwarten, dann lassen wir uns treiben. Andere entscheiden für und über uns - so verlieren wir immer mehr von unserer Persönlichkeit, sind ein Gebilde, dass unser Umfeld geformt hat.

Eine weitere Überlegung: Wenn wir nicht zu uns selbst stehen, wer soll dann zu uns stehen?

Eigene Bedürfnisse

Wenn wir Mühe haben, zu uns zu stehen, werden wir kaum eigene Bedürfnisse nennen können. Viele werden schon tief verschüttet sein oder gut zugedeckt mit Entschuldigungen und Mustern.

In einem ersten Schritt dürfen wir uns gestatten, dass wir Bedürfnisse haben dürfen.

Eigene Bedürfnisse, nicht die der anderen!

Was sind Bedürfnisse?

Bedürfnisse gibt es in praktisch allen Bereichen unseres Lebens.

Sie drücken den Wunsch aus, eine Situation so zu erleben oder zu gestalten, dass sie den eigenen Vorstellungen entspricht. Zudem ist damit oft der Wunsch verbunden, etwas zu besitzen, damit dieses Gefühl befriedigt werden kann. Wenn ein Bedürfnis nicht befriedigt wird, entsteht das Gefühl eines Mangels (bis hin zur Unvollkommenheit) und dies kann zu Frustration führen. Im Laufe der Zeit können sich unsere Bedürfnisse ändern. Sie können aber auch durch Ausreden, Dogmen und Projektionen von außen her überdeckt werden.

Wir kennen alle das Bedürfnis sich zu ernähren, also zu essen und zu trinken; weitere solcher Grundbedürfnisse sind auch Ruhe und Schlaf. Dies sind ganz elementare Bedürfnisse. Wenn sie nicht befriedigt werden, ist das eigene Leben in Gefahr. Diese Grundbedürfnisse werden ergänzt durch das Bedürfnis nach Sicherheit, nach Anerkennung und nach Liebe. Hierher gehören sicher auch Bedürfnisse nach Lebensqualität dazu; ein Konzertbesuch, eine Massage, ein Ausflug in die Berge, Ferien am Meer, sich einmal verwöhnen zu lassen.... . Wir haben auch Bedürfnisse, die unsere Ansichten und inneren Werte betreffen: nämlich das Bedürfnis so zu sein, wie man sich wohlfühlt; so zu sprechen, wie man will; sich so zu geben, wie man ist. Hier gehört auch dazu, dass man sich äußern und seine Ideen und Ansichten auch vertreten darf. Wenn wir weitergehen, geht es um Bereiche wie Lebensgestaltung, also sein Leben so zu leben, wie man möchte.  Und zum Schluss gehört auch das Bedürfnis dazu, in seiner Entwicklung weiter zu gehen und zwar so, wie man es gerne möchte.

Es kommt nun leider oft vor, dass diese Bedürfnisse von außen her eingeschränkt werden - oder noch öfter, dass man sich die eigenen Bedürfnisse von außen her einschränken lässt.

Eigene Bedürfnisse auch anmelden

Sind wir uns unserer Bedürfnisse klar, braucht es einen weiteren Schritt - wir müssen sie auch anmelden. Dies ist für viele nicht einfach.

Es geht nicht darum, dass es nur noch die eigenen Bedürfnisse gibt, die unter allen Umständen befriedigt werden MÜSSEN. Es geht um die Klarheit, was will ich von meinem Leben, von meiner Partnerschaft, von meinem Beruf, von meinem ..... . Jetzt kommt das Anmelden, das nach außen Tragen der eigenen Bedürfnisse. Es ist klar, dass eigene Bedürfnisse im Gegensatz zu den Bedürfnissen anderer stehen. Jetzt kommt das zu sich stehen zum Zuge. Es geht darum - im Gespräch - gemeinsam abzuwägen, welche Wege gegangen werden können, damit alle auf ihre Kosten kommen können. Es sind Ideen gefragt, Eigeninitiative, auch eine Portion Beharrlichkeit, damit dieses Ziel erreicht wird. Gemeinsam können Lösungen gesucht und gefunden werden - in einer Atmosphäre des Gebens und des Nehmens.

Nicht zu sich stehen und Verantwortung

Mit dem Nicht zu sich stehen wird auch die Verantwortung für sich selbstabgeschoben.

Wenn man sich nur mit den andern beschäftigt, bleibt keine Zeit mehr, sich mit sich selbst auseinander zu setzen. Das Selbstwertgefühl leidet ebenfalls und schlussendlich traut man

sich auch keine Entscheidungen mehr zu. So wird aber einfach die Verantwortung abgeschoben. Man überlässt Entscheidungen den andern und arbeitet nur noch auf Anweisung; man macht lieber nichts, sonst macht man noch etwas falsch.

Das hat natürlich Folgen:

  • die eigenen Aufgaben werden oft hinter die Aufgaben anderer stellt
  • die eigene Arbeit wird nicht erledigt, weil die Arbeit der andern wichtiger ist
  • man verzettelt sich und kommt zu nichts anderem mehr
  • man wird unzuverlässig und vieles bleibt liegen
  • man sieht die eigenen Prioritäten nicht mehr
  • man fühlt sich verantwortlich für Dinge, die einen gar nichts angehen
  • Prozesse werden blockiert
Es lohnt sich wirklich! Das Leben wird um viele Facetten reicher, wenn wir uns gestattet, die eigenen Bedürfnisse zu leben, zu uns zu stehen und die Verantwortung für uns zu tragen.

Für das, was man zulässt, trägt man ebenfalls die Verantwortung!

Zu sich stehen im Alltag

Es gibt keinen Bereich, in dem wir nicht zu uns stehen können. Wir können auch nicht hier zu uns stehen und dort nicht - das funktioniert auch nicht. Das Ganze ist ein Weg, der sich durch

unser ganzes Leben zieht und alle Bereiche umfasst.

Hier ein paar Überlegungen;

  • wenn wir nicht zu uns stehen, wie können wir uns dann akzeptieren oder gar mögen?
  • wenn wir im privaten Bereich nicht zu uns und unseren Bedürfnissen stehen, wie können wir dann im Beruf zu uns stehen? Kommen dann auch andere Personen zu uns, um von uns Dienstleistungen zu erbitten?
  • wenn wir nicht zu uns stehen, wenn uns unsere Bedürfnisse nicht wichtig sind, können wir dann verlangen, dass die andern sie als wichtig erachten?
  • wenn wir nicht zu uns stehen und kein Vertrauen in uns haben, wer soll dann Vertrauen in uns haben?
  • wenn wir selbst nicht zu uns stehen - wer soll dann zu uns stehen?
Nur durch das Handeln setzen wir Zeichen. Veränderungen tragen erst Früchte, wenn sie durch Taten gelebt werden. Dass dieser Weg zum Teil auch mit unangenehmen Seiten verbunden ist, das versteht sich von selbst.

Aber wenn wir zu uns stehen wollen, dann ist es nicht ausgeschlossen, dass es zu einer Konfrontation kommen kann. Dies kann aber auch als erste Bewährungsprobe angesehen werden; hier können wir hautnah testen, wie weit wir bei der Umsetzung unseres Vorhabens schon sind.

Viel Spaß beim Stehen - zu sich selbst versteht sich!

 

Seelenafgabe

Was sind denn eigentlich Seelenaufgaben, wie erfährt man sie und wer ist für die „Zuteilung“ verantwortlich?

Unser Weg ist in einzelne Etappen eingeteilt - in Inkarnationen. Dabei verkörpert sich die Seele immer wieder, sie nimmt Gestalt an. Jede dieser Gestalten, dieser Formen ist einmalig, einzigartig; aber das was die Gestalt beseelt, eben die Seele, die ist unvergänglich und geht ihren Weg zum Ursprung hin. Im Verlaufe all dieser Inkarnationen macht die Seele in der inkarnierten Gestalt viele Erfahrungen, die sie beeinflussen und prägen. Diese speichert sie und ruft sie ab, wenn es nötig ist.

Nicht jede Seele ist am gleichen Punkt auf ihrem Weg zurück zum Ursprung - dies ist keine Wertung, sondern einfach eine Tatsache. Daher hat auch nicht jede Seele das gleiche Potential, die gleichen Möglichkeiten und Hilfsmittel – und, was wichtig ist, auch nicht die gleichen Aufgaben.

Alle Wesen, im ganzen Kosmos, haben eine Seelenaufgabe.

Diese bezieht sich in erster Linie auf das Kennenlernen, das Leben und das Beherrschen der fünf Seelenqualitäten. Dieses Beherrschen ist die Grundvoraussetzung, dass wir den Weg in den Ursprung zurücklegen können. Jede Inkarnation dient diesem Lernen.

Diese Seelenqualitäten gelten für alle Wesen; für die ganz junge Seele, die erst am Anfang ihrer persönlichen Entwicklung steht, aber auch für die weise, alte Seele, die schon den größten Teil ihrer Entwicklung zurückgelegt hat.

Immer geht es darum, sich in jeder Lebenslage in diesen Qualitäten zu bewähren und dadurch zu wachsen. Es geht nicht darum, mit dem Kopf über diese oder jene Qualität zu debattieren, nein es geht darum, wieder mit dem Herzen zu spüren und aus dem Herzen heraus zu leben - Lichtarbeiter zu sein.

Jedes Wesen hat also in erster Linie die Seelenaufgabe, sich in den fünf Seelenqualitäten zu üben und zu lernen, diese zu beherrschen. Dies gilt für alle Wesen. Daraus resultieren dann die Aufgaben, die sich die Seele für die persönliche Entwicklung bereitgelegt hat, z.B. wie und unter welchen Umständen kann ich die Qualität Freude am besten entwickeln.

Es ist auch möglich, dass sich Seelen Aufgaben stellen, die dem Wohle des großen Ganzen dienen. Dies geschieht immer im Rahmen ihrer Möglichkeiten und in Zusammenarbeit mit den Führern und Meistern der geistigen Welt.

Solche Aufgaben haben immer eine Vorgeschichte, sie sind das Ergebnis früherer Inkarnationen.

Ein zweiter, ganz wichtiger Punkt ist, dass jede Seele sich diese Aufgaben selber wählt. Sie werden also nicht von irgend jemandem verteilt, verschenkt oder zugeteilt. Nein, die Seele selbst stellt sich, aus der Erfahrung der letzten Inkarnationen, Aufgaben für die neue Inkarnation.

Die Seele ist frei von Wertungen, deshalb spielen gesellschaftliche Bewertungen, persönliches Ansehen, materieller Ruhm oder Missgunst bei Seelenaufgaben auch keine Rolle.

Es besteht z.B. die Möglichkeit, dass sich eine Seele zur Aufgabe gesetzt hat, Führungsqualitäten zu erwerben, oder Überzeugungskraft zu trainieren, sich als Transformator zur Verfügung zu stellen, den Schutzbereich einer bestimmten Gruppe (Menschen, Tiere, Pflanzen ...) zu übernehmen oder Frieden zu verbreiten, Wissen zu erforschen und  nach außen zu tragen, Verbindungen zur geistigen Welt zu pflegen .......

Es gibt unzählige Möglichkeiten; keine ist besser oder schlechter als die andere, keine ist mehr wert oder geringer als die andere. Die allermeisten der Seelenaufgaben sind in unserem Sinne weder spektakulär, noch erregen sie Aufsehen in der materiellen Welt, oder sind mit großartigen Heilerfolgen verbunden. Dies sind Bewertungen in der Materie.

Muss man seine Seelenaufgabe kennen um sie angehen zu können?

Das Kennen, also das intellektuelle Erfassen der Aufgabe ist in den allermeisten Fällen nicht wichtig, oftmals sogar ungünstig. Durch das mentale Verstehen-wollen blockieren wir uns.

Wir wollen dann verstehen, ergründen, begreifen, analysieren – alles Vorgänge im Kopf. Um seine Seelenaufgabe aber wirklich angehen zu können, braucht es das Herz. Versuchen wir doch einmal mit dem Kopf die Qualität Freude zu leben – unmöglich.

Wenn wir uns immer zuerst im Kopf überlegen müssen, ob wir jetzt Freude haben müssen, dann ist dies ein sicheres Zeichen, dass wir diese Qualität noch nicht in uns, in unserem Herzen haben und sie noch nicht wirklich leben.

Manchmal wollen wir von außen her durch andere Personen erfahren, was unsere Seelenaufgabe ist. Dies bringt ebenfalls wenig. Wenn wir zu jemandem gehen, der uns sagt, welche Seelenaufgabe wir haben, dann ist die Antwort nicht in uns gewachsen. Es fehlen Schritte in unserer Entwicklung, um diese Aufgabe auch wirklich angehen und erfüllen zu können. Einen können wir fragen - unser Herz.

An seinem Platz stehen

„Wenn ich genau wüsste, was ich zu tun habe, dann würde ich meinen Platz auch ganz sicher einnehmen!“.

Es ist nicht wichtig, seine „spezielle“ Seelenaufgabe mental, mit dem Kopf zu kennen, es geht darum, dass jedes Wesen seinen Platz in diesem großen Puzzle einnimmt und ausfüllt.

Es geht darum, mit dem Herzen zu spüren, zu fühlen und zu leben; es geht darum, mit dem Herzen und nicht mit dem Kopf zu entscheiden; es geht darum, intuitiv das „Richtige“ zu tun, egal ob das auch „gut ankommt“ bei den anderen; und letztlich geht es darum, sein ganzes Sinnen und Trachten, sein ganzes Denken und Handeln in den Dienst des großen Ganzen zu stellen. Wenn wir das tun, dann sehen wir auf unserem Platz.

Warum ist es nun aber für viele Menschen so schwierig, an ihrem Platz zu stehen, warum tauchen gerade bei diesem Thema soviel Neid und Missgunst auf? Die Antwort darauf ist einfach – die Macht, und zwar die persönliche Macht spielt hier entscheidend mit. Zudem wird alles bewertet in mehr oder weniger; gut oder böse; oben oder unten. Bei Aufgaben lautet die Bewertung wichtig oder unwichtig. Dabei wird aber vergessen, dass dies alles materielle Bewertungen sind.

Hilfen und Hilfsmittel für den eigenen Platz

Jedes Wesen, auf jeder Ebene, ist für seine Aufgabe optimal ausgerüstet worden. Viele Aufgaben verlangen eine längere, oft über Inkarnationen reichende Ausbildung. Diese Ausrüstung und diese Ausbildung sind optimal, aber nur in Zusammenhang mit der Aufgabe, die wir uns selbst ausgewählt haben. Wenn wir nun an einem anderen Platz stehen, dann passt unsere Ausrüstung und unsre Ausbildung nicht mehr.

Ein Beispiel: Ein Schwimmer und ein Bergsteiger betreiben beide ihre Sportart. Der Schwimmer hat für sich eine optimale Ausrüstung: Badehose, Badekappe, Frottiertuch und Schwimmbrille. All diese Gegenstände leisten ihm sehr gute Dienste. Genauso ist der Bergsteiger mit Bergschuhen, Eispickel, Seil, warmer Jacke und Sonnenbrille optimal für seine Tour ausgerüstet. Beide können ihre

Tätigkeit ohne Probleme ausüben. Tauschen sie aber ihre Plätze, das heißt der Bergsteiger geht ins Wasser und der Schwimmer in die Berge, dann wird offensichtlich, dass die Ausrüstung überhaupt nicht den Erfordernissen angepasst ist.

Obwohl beide eigentlich optimal ausgerüstet waren, sind sie gescheitert. Das Scheitern ist aber nicht auf Mängel in der Ausbildung und der Ausrüstung zurückzuführen, sondern darauf, dass beide am falschen Platz waren.

Es ist nun auch klar, dass nicht jedes Wesen die gleichen Hilfsmittel hat und auch braucht. Somit erübrigt sich auch der Gedanke, ob es größere und kleinere Hilfsmittel, wichtigere und unwichtigere Aufgaben gibt. Wenn jeder Platz optimal besetzt und ausgerüstet ist, dann ist auch das große Ganze optimal ausgerüstet und funktionsfähig.

Seinen Platz auch einnehmen

Es gibt nicht nur Menschen, die den Platz von anderen einnehmen wollen und dadurch stören. Es gibt auch das Gegenteil, dass Personen ihren Platz nicht einnehmen wollen, weil sie sich und ihren Hilfsmitteln zuwenig oder gar nicht vertrauen.

Meist hat dieses Nicht-Einnehmen seines Platzes mit Angst zu tun, mit Angst vor der Verantwortung; mit Angst, nicht genug qualifiziert zu sein; mit Angst, dass es andere besser können; mit Angst, nicht zu genügen.

Es steht kein Wesen auf einem Platz, für den es vorgesehen und vorbereitet wurde, an dem es nicht in der Lage wären, seine Aufgabe zu erfüllen.

Unseren Platz einzunehmen ist eine Sache – diesen Platz aber auch zu halten, allen Stürmen und Anfeindungen zum Trotz, ist eine andere Sache. Die Kraft dazu finden wir ebenfalls in unseren Herzen, weil wir wissen, dass es unser Weg ist, den wir selbst gewählt haben.

Gebrauchen wir die fünf Seelenqualitäten als Leitplanken, als Wegweiser und als Messlatten, dann haben wir die Gewähr, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

 

Weg der Seele

Immer wieder tauchen in unserem Leben solche oder ähnliche Fragen auf;

  • was hat das Leben für einen Sinn?
  • wieso ist der Weg hier auf Erden manchmal so schwer?
  • warum ist der Kreislauf von Geburt und Sterben, von Werden, Wachsen und Vergehen auf der Erde nötig? .......
Das ist nicht möglich, denn zuerst müssen noch viele Sachen gelöst werden. Genauer gesagt, es muss alles, was irgendeinmal gebunden wurde, wieder gelöst werden.

Vor langer Zeit waren alle Seelen im Gottesbewusstsein, in der Zentralsonne, im Ursprung (oder was immer wir für Begriffe für diesen Zustand gefunden haben) vereint. Hier herrscht die Einheit, jegliche Polarität oder Dualität fehlen hier. Hier herrscht Friede und Harmonie.

Alles im Kosmos ist in Entwicklung, alles geht weiter. So geschah es auch, dass in dieser Einheit der Wunsch aufkam, die Materie zu erfahren. Man wollte - um der Erfahrung willen - die Dichtheit der Materie kennenlernen und man wollte wissen, wie man sich wieder aus dieser Dichtheit lösen kann. Daher entschlossen sich Seelen, dieses Abenteuer auf sich zu nehmen und den "Abstieg" in die Materie zu versuchen. Dies alles stellte sich als nicht ganz so einfach dar, wie es sich anhört.

Erst durch die Dualität konnten die Seelen die Materie überhaut "erleben" und erfahren. Mit dieser Dualität begannen allerdings dann auch die Schwierigkeiten.

Jedes Wesen ist mit einem grossartigen Geschenk betraut worden - dem freien Willen.

Mit diesem freien Willen kann jedes Wesen selbst entscheiden, ob, wann und wohin es gehen will. Dieses Geschenk war nötig, denn nur die Erfahrung, wie man sich aus freiem Willen wieder aus der Materie löst, interessierte. Allerdings ist eben gerade dieses Geschenk für sehr viele Wesen zum Stolperstein geworden und sie haben sich aus freiem Willen der Materie untergeordnet.

Geplant war eigentlich ein Eintauchen in diese Dichtheit, ein Leben darin, ein Lösen davon und zum Schluss wieder ein "Aufsteigen", also ein wieder Zurückgehen in den Ursprung. Aber sehr vieles ist gesehen, was dieses Zurückgehen nun sehr erschwert.

Die Freude, die bis anhin herrschte, wurde langsam abgelöst - das Leben wurde schwer und ernst. Damit verbunden ging auch die Verbundenheit mit dem Ursprung bei vielen Menschen immer mehr verloren, bis sie sich zuletzt nicht mehr bewusst waren, um was es eigentlich geht. Der Sinn des Lebens ging verloren, viele trugen das Gefühl in sich, einsam und verlassen zu sein. Das ist der Grund, weshalb auch heute noch so viele Menschen in ihrem Innern einsam und alleine sind. Dies äußert sich heute auch darin, dass viele Menschen nicht mehr erkennen, dass sie Teil eines Ganzen sind.

Die Materie übte auf die Menschen eine große Faszination aus. Qualitäten wie Neid und Hass, Besitz und Eigentum tauchten auf. Plötzlich war die Materie nicht mehr etwas, was einer Erfahrung dienen sollte, sondern sie wurde die Hauptsache. Anders gesagt, die Menschen benutzten die Materie nicht mehr, sondern sie wurden von ihr benutzt und beherrscht - das Ziel dieser Kräfte ist persönliche Macht, das Beherrschen von anderen und persönliches Besitztum. Daraus entwickelten sich die Zwistigkeiten und Kriege.

Es könnte nun der Eindruck entstehen, dass wir alles Materielle ablegen und nur noch von der Luft und der Liebe leben sollten. Dieser Zeitpunkt wird einmal kommen, aber erst müssen wir uns von der Materie lösen.

Was heißt dies nun praktisch. Hier ein Beispiel:

Zwei Personen haben sich ein Haus gebaut. Sie haben sehr viel in dieses Heim investiert und müssen auf vieles verzichten, nur damit sie dieses Haus halten können. Das Haus beherrscht ihr ganzes Denken und Handeln - alles ist darauf ausgerichtet, dieses Haus zu unterhalten. Auf diese Weise beherrscht das Haus, also die Materie, diese Menschen. Es ist für die zwei undenkbar, dass sie ausziehen könnten, es ist doch ihr Haus, es gehört ihnen. Damit nichts schief gehen kann, beginnen sie sich noch zusätzlich abzusichern, mit Versicherungen... Trotz allem bleibt aber immer eine Angst zurück, sie könnten dieses Haus verlieren. So verlieren sie auch die Freude, sie arbeiten verbissen daran, dass ihnen niemand ihr Heim wegnehmen kann - diese Personen sind völlig im Banne der Materie.

Wie kann man sich aber nun aus diesem Bann lösen, wie kann man sich davon befreien? Es geht nicht darum, auf den Marktplatz zu gehen und das Haus irgend jemandem zu verschenken, sondern es geht darum, sich von diesem Haus zu lösen. Diese Personen müssen sich irgendeinmal klar werden, dass sie hier Gast sind und dass dieses Haus ihnen dazu dient, den Aufenthalt auf der Erde zu ermöglichen.

In dem wir uns klar machen, dass materielle Güter keine Wichtigkeit für unser Zurückgehen haben, sondern uns auf bestimmten Abschnitten unseres Weges als Hilfsmittel zur Verfügung gestellt wurden, ist es möglich uns davon zu lösen.

Es geht nicht darum, die Materie zu verleugnen und sie abzulehnen, es geht darum, das Gleichgewicht zwischen Geist und Materie wieder herzustellen.

Persönliche Bindungen und Verstrickungen

Bedingt durch das Beherrschen lassen von der Materie haben wir uns im Laufe unserer Entwicklung immer wieder an Gegenstände gebunden. Diese Bindungen können wir mit Ketten vergleichen, die uns in der Ebene der Materie halten und uns am Weitergehen hindern.

Wie kommt so eine Bindung oder Verstrickung zustande?

Wenn sich das Denken des Menschen immer mehr auf die Materie ausrichtet, dann verliert er sein Gleichgewicht zwischen Geist und Materie - es verlagert sich auf die Materienseite. Zudem bekommt auch der Kopf Oberwasser und das Herz, die Intuition verkümmert mit der Zeit. Wenn diese Entwicklung weitergeht, kommt der Punkt, wo die Meinung aufkommt, alles ist technisch machbar.

Um nun ein sich gestecktes Ziel zu erreichen, investieren diese Menschen sehr viel. Das Ziel ist ihr ganzer Lebensinhalt, das heißt, sie ketten sich an das Erreichen dieses Ziels. Die Bindung an ihre Vorstellung erlischt aber mit ihrem physischen Tod nicht, sondern wird in der nächsten Inkarnation wieder aufgenommen und weitergeführt. Auf diese Weise entstehen Verstrickungen und Verkettungen.

Oftmals betrifft dies nicht ein Ziel, sondern ganz einfach materielle Güter (Beispiel mit dem Haus). Auch so kann eine Verkettung zu einem Gegenstand oder einer Sache entstehen, die über Inkarnationen anhält.

Solche Bindungen können auch zu Personen entstehen. Ueberall wo sich zwei Menschen finden, wo eine Beziehung entsteht, wächst die Liebe. Wenn nun diese Liebe aber nicht bedingungslos ist, wenn auch im zwischenmenschlichen Bereich das Besitzdenken aufkommt, dann besteht die Gefahr, dass eine Verstrickung zustande kommt.

Wie viele Menschen fürchten sich davor, von ihrem Partner verlassen zu werden und versuchen alles, um ihn an sich zu binden. Auch diese Bindungen halten in späteren Inkarnationen, auch wenn sie nicht mehr erwünscht sind. Beispiele dafür sind z.B. widersinnigen Treueschwüre wie; "in alle Ewigkeit", "Du bleibst immer bei mir", "ich gehöre Dir, Du gehörst mir" usw. Zusätzlich will man sich den "Besitz" noch absichern, indem man ihn mit Schwüren und Eiden an sich bindet. Dies ist nur ein Beispiel, wie sich Personen aneinander ketten können. Alle diese Verstrickungen halten solange, wie wir sie haltet.

Verstrickungen können immer nur in der Umgebung gelöst werden, in der sie entstanden sind und es setzt etwas sehr Wichtiges voraus, nämlich die Fähigkeit, verzeihen zu können - dasist der Schlüssel zum Lösen. Erst wenn es uns möglich ist, bedingungslos uns selbst und allen anderen Wesen zu verzeihen, erst dann können wir Verstrickungen auch wirklich lösen.

Bindungen und Verstrickungen von Gruppen und Völkern

Es ist auch möglich, dass solche Verstrickungen nicht nur im persönlichen Bereich entstanden sind, sondern dass sich Gruppen oder ganze Völker auf diese Art und Weise auf ihrem Weg behindern. Wenn wir uns einmal die Lage auf der Erde ansehen und dabei gleichzeitig auch in die Geschichte zurückblicken, erkennen wir, dass viele der heutigen Probleme ihren Ursprung in alten Verknüpfungen haben.

In manchen Kriegsgebieten haben die Menschen z.B. den Frieden nie aus freiem Willen geschlossen, sondern er wurde von außen her erzwungen.

Somit sind die alten Verstrickung nicht gelöst und die gleiche Situation wird bei der nächsten Begegnung dieser Menschen wieder auftauchen. Dies alles wird solange geschehen, bis diese Region/ dieses Land aus freiem Willen Frieden mit sich und mit den anderen schließen kann. Auch hier führt der Weg - trotz aller Greueltaten - wiederum über das Verzeihen.

Überall wo Dogmen propagiert werden, Völker sich an Herrschende, an Machthaber binden und oft sogar einschwören, überall wo versucht wird, den freien Willen auszuschalten entstehen Bindungen, die wieder gelöst werden müssen.

Zurückgehen zum Ursprung

Sowohl im persönlichen Bereich, wie auch im globalen Sinn - müssen alle Verstrickungen und Bindungen, die irgendwann einmal entstanden sind , wieder gelöst werden. Alles, was uns hält, müssen wir auflösen, transformieren.

Hilfsmittel und Orientierungshilfen sind die fünf Seelenqualitäten:

  • Freude
  • Bedingungslose Liebe
  • Bescheidenheit
  • Demut
  • Wahrheit - Selbstehrlichkeit
Wir haben auf unserem Weg zurück zum Ursprung auch viele Helfer auf der feinstofflichen Ebene - sie freuen sich, wenn sie uns helfen dürfen und können.

Es könnte nun der Eindruck entstehen, dass ein riesiger, unüberwindlicher Berg vor uns liegt, und dass wir nicht in der Lage sind, diesen Berg zu übersteigen. Dem ist nicht so - es stimmt zwar, dass der Berg riesig ist, aber er ist überwindbar. Schritt für Schritt.

Steine im Gepäck  

Im letzten Newsletter war die Rede von einem Wanderer, der mit seinen "Steinen im Gepäck" zu tun hatte.

Niemand käme auf die Idee, in sein Reisegepäck Steine aus dem Garten mitzunehmen. Schon der Gedanke, überflüssigen Ballast mit sich herumzuschleppen, ist für viele absurd.

Wenn wir die Verstrickungen, die wir auf unserer großen Reise durch die Inkarnationen gesammelt haben als Steine betrachten, dann finden wir in unserem Gepäck plötzlich - Steine!

Was diese Steine sind, wie sie da hinkommen und vor allem, wie man sie wieder los wird, wollen wir heute genauer betracht.

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen - heißt ein bekannter Spruch. Aber bevor er eine Reise tut, muss er sich über das Ziel im Klaren sein und dann kann er packen.

Beim Gepäck achten wir in der Regel darauf, was uns etwas nützt und was uns belastet. Zudem kommt noch dazu, dass nicht unbegrenzt Platz da ist und dass bei Flugreisen eine Gewichtsbeschränkung gibt.

Wenn all dies geklärt ist, dann kann die Reise losgehen. Wie ist das nun, wenn wir unser Leben als eine solche Reise anschauen? Eigentlich ist es genau gleich. Wir, das heißt unsere Seele, überlegt sich, welche Ziele sie angehen möchte, was sie erleben oder lernen möchte. Einen Unterschied zu einer Ferienreise gibt es; die Seele hat Ihr Gepäck bereit, sie muss nicht überlegen, was sie mitnimmt, denn sie nimmt alles mit, was sie hat. Es sind all die Erfahrungen, die sie im Laufe der verschiedenen Inkarnationen angesammelt hat - auch die Verbindungen und Verknüpfungen, all die Fesseln und Verstrickungen.

Diese Erfahrungen machen uns in dieser Inkarnation aus, es stellt gewissermaßen die Entwicklung dar, die wir hinter uns gebracht haben. Dies ist das Gepäck, das die Seele braucht, es liegt geordnet und zweckmäßig verpackt im Koffer. Aber es gibt noch andere „Dinge“ im Gepäck.

Wenn wir uns z.B. mit einer anderen Person verkrachen; die Situation gerät aus dem Ruder, es kommt zu Verwünschungen, zu Tätlichkeiten oder Schwüren im Sinne: „Dir werde ich immer im Wege stehen...“

Solche Situationen können wir uns als Steine vorstellen. Je nachdem sind sie größer oder kleiner, aber sie sind da. Jetzt stellt sich die Frage, was mit diesen Steinen geschieht? Wo bleiben sie, wo werden sie aufbewahrt? Oder verschwinden sie einfach nach einer gewissen Zeit? Nein, solche Steine verschwinden nicht einfach, sondern werden ebenfalls eingepackt. Sie liegen zwischen all die anderen Dinge und bleiben dort.

Was geschieht nun mit dem Koffer? Richtig, er wird immer schwerer. Ein kleiner Stein macht nicht viel aus, den spüren wir wahrscheinlich gar nicht, also alles halb so schlimm. Wenn es bei diesem einen kleinen Stein geblieben wäre oder bleibt oder bleiben würde, dann wäre dies in der Tat keine große Belastung. Aber ist es nur ein Stein? Sind nicht schon andere Steine im Gepäck? Sind alle Steine klein oder gibt es auch größere?

Wie kommen wir zu solchen Steinen?

Solche Steine entstehen immer dann, wenn wir uns "verstricken". Dies kann in verschiedenster Art und Weise geschehen, durch

  • das Entfernen von sich selbst
  • nicht zu sich stehen
  • sich über andere stellen
  • anderen bewusst Schaden zufügen
  • andere oder sich selbst verwünschen oder verfluchen
  • Abhängigkeiten
  • sein Herz an materielle Dinge hängen
Was sind die Auswirkungen dieser Steine?

Wenn wir wieder das Bild des Koffers nehmen, dann ist es ist klar, dass diese Steine unser Gepäck unhandlicher machen und wir mehr Kraft brauchen, weiter zu kommen. Daneben behindert es uns das Gewicht und wir müssen öfters Pausen einlegen - kurz gesagt, das Vorwärtskommen ist schwieriger. Eine weitere gravierendere Auswirkung dieser Steine ist es, dass unser Blick nicht mehr nach vorne gerichtet ist, sondern immer nach hinten. Wir schleppen unsere Vergangenheit mit uns herum und leben nicht im Jetzt. Unser Fokus ist nicht die Zukunft, das Weitergehen, sondern wir lassen uns nach hinten ziehen. Jedes Mal, wenn wir an die Steine denken, orientieren wir uns in die Vergangenheit.

Wie werden wir die Steine wieder los?

Der erste und der wichtigste Schritt ist, dass wir uns bewusst machen, dass wir die Steine gesammelt haben und dass sie in unserem Gepäck sind und uns belasten. Oft sind die Steine getarnt durch Weltbildkorrekturen. Weil wir uns nicht „eingestehen“ können, dass wir ein derart sinnloses Unterfangen wie Steine schleppen betreiben - wir beschönigen oder versuchen uns in Erklärungen.

Es geht nicht darum, dass wir uns eine Schuld eingestehen, es geht darum, dass wir selbstehrlich erkennen, dass da Steine sind. Wir stehen dann zu unserer Ganzheit - und da gehören auch die Steine dazu.

Es geht nun darum, die Steine aus dem Koffer zu nehmen und sie in Liebe loszulassen.

Wir können die Steine nicht weglegen oder gar in Wut fort schmeißen - das geht nicht.

Der Vorgang des Auspackens und Loslassen heisst Verzeihen.

Dieses Verzeihen ist aber nicht eine Sache des Kopfes, sondern eine Angelegenheit des Herzens. Wir können mit dem Kopf hundert Mal sagen: „Ich verzeihe allen“. Dies hat aber keine Wirkung, wenn unser Herz nicht dabei ist. Ebenfalls ist es nicht wichtig zu wissen, wer uns nun wann etwas angetan hat oder wem wir etwas zuleide getan haben. Dies würde uns nur unnötigerweise belasten und dem Kopf Nahrung für neue Verstrickungen geben.

Es braucht das Verzeihen in drei Schritten.  

1.       Ich verzeihe mir selbst, bedingungslos, rückhaltlos, ohne Wenn und Aber. Damit akzeptiere ich mein eigenes Wesen, so wie es ist.

2.       Ich verzeihe allen, die mir in irgendeiner Art und Weise zu irgendeinem Zeitpunkt etwas zuleide getan haben. Auch dies ist ein Akt von bedingungsloser Liebe und Freude. Auch hier gibt es keine Wenn und Aber, keinerlei Einschränkungen und Ausnahmen.

3.       Ich bittet alle um Verzeihung, denen ich in irgendeiner Art und Weise geschadet habe. Es geht nicht darum, seine übergroße Schuld zu bekennen, sondern um sich aus tiefstem Herzen einzugestehen, dass man Fehler begangen hat und auch zu diesen steht.

Verzeihen setzt voraus, dass wir auch verzeihen wollen. Wenn wir nur eine Aufgabe erledigen, im Sinne von: Gut, verzeihe ich halt, mal sehen, ob es dann besser wird...“ dann wird auch nichts geschehen.

Wann sind alle Steine weg?

Vielleicht fragt sich der eine oder andere, ob er denn das auch schafft. Die Antwort ist ganz klar ja.

Eines ist gewiss: wenn wir in den Ursprung zurückgehen, dann gibt es keine Steine mehr, dann sind „nur“ noch unsere Erfahrungen da. Aller Ballast, Verstrickungen... sind weg.

Wir entscheiden, wann wir beginnen, unser Gepäck zu erleichtern, unsere Steine loszulassen, uns zu befreien, es uns leichter zu machen. Eigentlich ist die Antwort ganz einfach: vorgestern! 



 

Gedanken zum Weg

Besonders zu Silvester machen wir uns vermehrt Gedanken über unser Leben- war das letzte Jahr ok.? - was könnte besser laufen? - was will ich anders machen? - wie soll es weiter gehen? - bin ich auf dem richtigen Weg? ..........

In Berichten, Büchern und Zeitschriften wird sehr oft ein völlig falsches Bild vermittelt von dem „auf dem Weg“ sein. Es wird als etwas Großartiges im Sinne von spektakulär dargestellt. Wunderdinge geschehen dann wie von selbst und die Erleuchtung ist in kürzester Zeit gewährleistet. Dass dies nicht so ist wissen alle, die dieses Abenteuer unter ihre Füße genommen haben. „Auf dem Weg sein“ heißt zu sich zu kommen und sich klar zu werden, worum es im Leben, im alltäglichen Leben geht. Wenn dann diese Klarheit umgesetzt werden kann, dann ist man „auf dem Weg“.

Hier ein paar Gedanken dazu:

Was ist der Weg ?

Ein Weg ist die Verbindung zwischen zwei Punkten. Je nachdem kann dieser Weg direkt, mit Umwegen, über Hindernisse.... zum Ziel führen. Bei jedem Wesen, ob nun inkarniert oder nicht, ist dies gleich. Von dem Augenblick an, als sich die Seele entschlossen hat, aus dem Ursprung zu treten, ist sie auf dem Weg. Das Ziel, das am Ende dieses Weges steht, ist das nach Hause kommen, das wieder zurückkehren in den Ursprung.

Dieses Gehen vom Start bis zum Ziel bezeichnen wir als den Weg. Dass im Laufe dieses Gehens einiges geschehen kann, ist wahrscheinlich allen klar. Aus unseren persönlichen Geschehnissen ergibt sich unser ganz persönlicher Weg. Kein Weg ist gleich, weil jedes Wesen seine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse mitbringt. Nur das Ziel ist allen gemeinsam – alle werden am Ende ihres Weges wieder nach Hause zurückkehren in den Ursprung.

Dieser lange Weg ist in verschiedene Etappen eingeteilt - in die einzelnen Inkarnationen. Jede dieser Inkarnationen trägt dazu bei ein Stück des Weges zu gehen. Diese Etappen dienen dazu Korrekturen anzubringen, neue Richtungen zu suchen und auch zu finden, auf dass es letztendlich vorwärts und nicht rückwärts geht. In einer Inkarnation ist nicht alles möglich. Es ist so viel möglich, wie wir aus unserem Leben machen. Ziel des Weges in einer Inkarnation ist es nicht, möglichst viel über „den Weg“ zu studieren, zu diskutieren, zu lesen, zu schreiben – sondern Ziel ist es, ganz einfach gesagt, in Freude zu leben.

  • Freuen wir uns über das bereits zurückgelegte Wegstück, statt zu verzweifeln, wie lange der Weg noch ist.
  • Beweinen wir nicht das, was wir auf unserem Weg zurückgelassen haben, sondern freuen wir uns über das Neue, das wir kennenlernen dürfen.
  • Hadern wir nicht, dass dieser oder jener „weiter“ ist - es ist kein Wettlauf - jeder geht in seinem persönlichen Tempo.
  •  Es gibt auch keine allgemein gültigen Etappenziele im Sinne von Hellsichtigkeit, Medialität usw. - was zählt ist die Klarheit, das Erkennen des Zieles; die Bereitschaft zu wachsen.
Wer ist auf dem Weg ?

Diese Frage wird sich wahrscheinlich bereits selbst beantwortet haben. Jedes Wesen ist auf seinem Weg. Dieser Weg ist aber nicht eine Autobahn mit verschiedenen Fahrbahnen, sondern jeder hat seine eigene Strasse. Hier gibt es Raststätten, Umleitungen, Baustellen, manchmal auch Unfälle oder gesperrte Strassen.

Durch unsere Lebensweise entscheiden wir, wie unsere Strasse aussieht. Es gibt keine Hauptrichtung, die uns irgend eine Instanz vorgibt und die man ja nicht verlassen darf. Es steht uns jede Richtung offen.  Es gilt aber folgende Gesetzmäßigkeit:

Das, was Du tust, bewirkt etwas.

Das, was Du nicht tust, bewirkt etwas.

Das, was Du bewirkst, kommt auf Dich zurück.

Hindernisse auf dem Weg

 „Wenn ich alleine mit meinem Auto unterwegs bin und die Strassen in gutem Zustand sind und zudem noch überall deutlich Wegweiser stehen, dann komme ich immer an mein Ziel.“

Aber nur selten ist man alleine auf der Strasse, oft übersieht man Wegweiser, hie und da hemmen Baustellen das Vorwärtskommen und manchmal liegen sogar Felsbrocken im Weg. Genau wie auf der Strasse müssen wir uns auf unserem Weg den neuen Situationen stellen.

Solche Situationen können z.B. sein:

  • Hindernisse, die von außen aufgebaut werden, um zu verhindern, dass die Menschen ihren Weg gehen können
  • Hindernisse, die selbstgemacht sind
  • Hindernisse, die als Folge von größeren, kosmischen Zusammenhängen entstehen
Nicht immer, wenn es turbulent zu geht, ist irgendwo im Kosmos etwas los und wir werden davon beeinträchtigt. Viel öfter ist der Fall, dass Hindernisse selbstgemacht sind.

Stellen wir uns einen Wanderer vor, der schon hunderte von Etappen hinter sich gebracht hat. Jede dieser Etappen war einzigartig – in jeder Beziehung. Dieser Wanderer hat viele andere Wanderer getroffen, hat sich mit vielen gefreut, hat sich aber auch mit vielen gestritten. Es gibt auch solche, mit denen er seine Differenzen nicht beigelegt hat. Diese trägt er in seinem Rucksack mit sich. Es ist logisch, dass der Rucksack schwerer wird, je mehr Steine in ihm sind, denn mit jedem Stein wird er noch schwerer. Irgend einmal kommt der Punkt, da wird dieser Rucksack, beziehungsweise die sich darin befindenden Steine so schwer, dass sie den Wanderer stören, in seinem Vorwärtsgehen hindern. Spätestens jetzt wäre der Zeitpunkt da, die Steine auszupacken und wegzulegen. Wer hindert hin daran? Ganz einfach – er sich selbst. Wir benutzen ja ein Bild und diese Steine sind alles Begebenheiten, die gelöst werden dürfen. Dies geschieht durch Loslassen und Verzeihen. Dadurch kann er sich seinen Rucksack erleichtern und wieder leichten Fußes weiterschreiten.

Wieso tut er es nicht? Was ist der Grund, weshalb er die Steine immer weiter mit sich herumschleppt? Die Geschehnisse, die zu diesen Steinen geführt haben, liegen oftmals weit zurück. Mit der Zeit sind sie so vertraut geworden, dass sie fast als etwas Eigenes angenommen werden. Aber etwas Eigenes auf- oder wegzugeben, das ist für viele hart und sie wollen es nicht; also tragen sie ihren Rucksack weiter. Irgend einmal wird jeder Rucksack geleert, denn mit Rucksack gelangt niemand in den Ursprung. Auf Grund des freien Willens entscheidet aber jedes Wesen selbst, wie lange es den gefüllten Rucksack noch trägt und wann es mit dem Ausräumen beginnt.

Seinen Weg gehen wollen oder die Macht der Klarheit

Eines der Fundamente, auf dem das Vorwärtsgehen beruht; jedes Wesen muss sich klar machen, werden oder sein, dass es seinen Weg weiter gehen will. Niemand ist da, der alle 14 Tage eindringlich mahnt oder gar droht, wenn man nicht weitergeht.

Bevor wir uns aber aufmachen können, braucht es unsere Klarheit. Diese Klarheit führt zur Frage: „Was will ich überhaupt im Leben?“ Erst wenn wir diese Frage für uns beantwortet haben, erst dann ist ein zielstrebiges Gehen überhaupt möglich.

In einem zweiten Schritt geht es dann darum, diese Klarheit in die Tat umzusetzen. Einfach zu sagen: „Ich weiß, was ich will!“, das ist einfach. Die Bewährungsprobe ist die Umsetzung im täglichen Leben.  „Was bin ich bereit, in diesen Weg zu investieren, was ist mir dieser Weg wert?“ Mit dieser Antwort setzten wir unseren Willen um oder nicht.

Den eigenen Weg zu gehen erfordert Klarheit. Diese Klarheit strahlt auch nach außen und viele Helfer können uns auf unserem Weg und in unseren Absichten unterstützen.

Wenn wir Klarheit über unseren Weg haben, dann werden wir auf den ersten Blick erkennen, wie ein Hindernis, anzugehen ist. Das Problem entsteht erst dann, wenn wir nicht sicher sind, wenn Zweifel unsere Klarheit untergräbt. In diesem Fall wird ein Hindernis – egal ob groß oder klein – jedes Mal die Frage nach der richtigen Richtung aufwerfen. Bei jedem Stein auf dem Weg kommen dann die grundsätzlichen Fragen hoch:

  • Bin ich auf dem richtigen Weg ?
  • Kann ich dieser Richtung trauen ?
  • Sind das wirklich lichtvolle Ziele, die hier verfolgt werden?
  • Verrenne ich mich in eine Sackgasse?
Neben den Zweifeln macht sich auch Unsicherheit breit und wir versuchen nun, irgendwie Sicherheit zu erlangen. Diese Sicherheit wird dann aber meistens irgendwo außen in Büchern, medialen Durchsagen... gesucht und nicht in uns selbst. Wir vertrauen dann anderen Personen mehr, als uns selbst und so entstehen oft Abhängigkeiten.

Die Klarheit und Sicherheit können wir nur in uns selbst finden - unsere Seele kennt unseren Plan und mit dem Herzen können wir spüren, was uns auf dem Weg weiterbringt und was nicht.

Nur wer die eigene Verantwortung für sein Denken und Handeln trägt, ist wirklich frei.

Im Erreichen unseres Zieles gibt es immer wieder Situationen, die Flexibilität erfordert. Hier ist unser gesunder Menschenverstand gefordert.

Gibt es Wegweiser, Hilfen auf dem Weg ?

 Wenn es Wegweiser oder wenigstens klare Erkennungszeichen gäbe, wäre es einfacher, den richtigen Weg zu gehen. Es gibt sie, die Wegweiser, die Leitplanken, die Erkennungszeichen

sind die fünf Seelenqualitäten

  • bedingungslose Liebe
  • Freude
  • Demut
  • Bescheidenheit
  • Wahrheit - Selbstehrlichkeit
Wenn wir diese Qualitäten als Messlatte nehmen, dann wissen wir genau, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Wenn wir z.B. vor einer Entscheidung stehen und uns fragen, ob diese Qualitäten zu erkennen sind oder wir aus ihnen heraus handeln.

Es geht nicht darum, jede seiner Handlungsweisen vorher einer genauen Prüfung zu unterziehen und alles genau zu planen. Nein, es geht darum, sich zu bemühen, sein Leben im Sinne der fünf Seelenqualitäten zu leben.

Auf seinem Weg sind wir nie alleine. Ein Wesen begleitet uns von Anfang bis zum Schluss: Unser Schutzengel - egal in welche Richtung wir gehen.

Andere Wesen begleiten uns ein Stück des Weges. Manchmal ist das eine ganze Inkarnation, manchmal auch nur kurze Zeit.

Es ist möglich, dass wir Schritte mit einer anderen Person gemeinsam tut, dass wir zusammen ein Stück des Weges gehen. Es ist aber auch möglich, dass an einer bestimmten Stelle des Weges jeder seine eigene Richtung einschlägt oder ein anderes Tempo wählt.

Durch unser klares Vorwärtsschreiten können auch wir Begleiter für andere sein.

 

 „Auf dem Weg sein“ findet nicht im stillen Kämmerlein statt oder auf Seminaren, Kursen oder sonstigen speziellen Orten. Nein, der Weg ist das LEBEN und dieses findet im Alltag statt.

Es gibt kein spannenderes, interessanteres, abwechslungsreicheres, lehrreicheres, reicheres, liebevolleres, beglückenderes Abenteuer, als UNSER LEBEN